Wie werden wir in Zukunft Strom gewinnen?

Die Bundesregierung im vergangenen Jahr die schrittweise Abschaltung der Atomkraftwerke beschlossen – Jetzt schlägt die Stunde der erneuerbaren Energien. Eine davon ist die Nutzung von Biomasse zur Stromerzeugung.

Mein Kollege René Thierfelder hat zusammen mit interessierten Bürgern eine Biogasanlage bei Chemnitz besucht.

Wir alle produzieren ihn und bezahlen für seine Entsorgung: Biomüll. Dabei sind Lebensmittelreste oder Gartenabfälle ein Energieträger aus dem Strom gewonnen werden kann.

Eine Anlage zur Energiegewinnung aus Biomasse steht in Adorf bei Chemnitz. Angliedert an einen landwirtschaftlichen Betrieb wird hier aus der Gülle und Mist von Rindern Energie gewonnen. Das stößt auf viel Interesse – so wie bei den zahlreichen Chemnitzern,
die die Biogasanlage am Mittwochabend besichtigten.

Eingeladen hatte der „Arbeitskreis Energie im Agenda-Beirat der Stadt Chemnitz“. 540 Kilowatt-Stunden Strom und 700 Kilowatt-Stunden Wärmeenergie werden hier produziert. Über Blockheizkraftwerke werden zum einen die eigenen Tierstallungen geheizt. Zum anderen werden in Burkhardtsdorf das Rathaus, das Freibad, zwei Schulen, das Pfarrhaus und Privathäuser mit Wärmeenergie versorgt. Die Biogasanlage hilft dabei den landwirtschaftlichen Kreislauf zu schließen.

Interview: Dietmar Reinhold – Geschäftsführer Techno-Farm & Service GmbH Adorf

Ein Dünger der, im Gegensatz zur oft verwendeten Gülle, nicht stinkt.
Immer wieder gibt es aber auch Beschwerden gegen Biomasseanlagen wegen Geruchsbelästigung.
So protestieren die Bürger in Grüna aufgrund des Gestanks gegen die dort betriebene Anlage.

Interview: Bernhard Herrmann – Arbeitskreis Energie im Agenda-Beirat der Stadt Chemnitz

Neben der Biogasanlage betreibt die Firma Techno-Farm auch eine Kompostanlage in Adorf.
Dort werden rund 10.000 Tonnen Biomüll, Gras- und Strauchschnitt aus der Stadt Chemnitz verwertet. In Zukunft soll auch aus diesem Kompost Energie gewonnen werden.
Dafür ist eine neue Anlage geplant.

Interview: Dietmar Reinhold – Geschäftsführer Techno-Farm & Service GmbH Adorf

Das dieser Rohstoffnachschub enden könnte, befürchtet auch der „Arbeitskreis Energie“.
Ihrer Ansicht nach plant die Stadt Chemnitz dem Versorger „eins Energie“ in Zukunft die komplette Verwertung der Bioabfälle zu überlassen – zum Nachteil des Bürgers.

Interview: Bernhard Herrmann – Arbeitskreis Energie im Agenda-Beirat der Stadt Chemnitz

Der Wettstreit um den Energieträger „Biomüll“ ist im vollen Gange. Im Raum Chemnitz gibt es derzeit fünf Biogas-Anlagen. Ihre Zahl wird wohl in Zukunft steigen.

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