Wiederholt sich 1933? – „Tacheles“ im Hygienemuseum

Dresden - Am Dienstagabend hat der Verein Atticus im Deutschen Hygienemuseum zur "Tacheles"- Podiumsdiskussion eingeladen. Mehr als zwei Stunden diskutierten Vertreter aus Wissenschaft und Politik über die provokative Frage, ob sich Deutschland aktuell in ähnlichen Verhältnissen wie 1933 befindet.

Damals wurde die scheidende Weimarer Republik unter anderem von sozialen Verwerfungen und ökonomischen Krisen erschüttert. Nicht zuletzt auch politisches Chaos einer zersplitterten Parteienlandschaft begünstigte letztendlich die Machtübernahme durch Hitlers NSDAP. Doch gerade mit Blick auf Dresden ereilt einen unweigerlich der Eindruck, dass die Gesellschaft gespalten wirkt, wenn es um die Beantwortung gesellschaftlicher und sozialer Zukunftsfragen geht - ein Umstand, der vor 85 Jahren ganz ähnlich der Fall war. Gesellschaftsspaltung, die Erosion der Volksparteien und ein Erstarken rechtsradikaler Ideologie - Vergleiche zu 1933 lassen sich durchaus bemühen. Laut des renommierten Politikwissenschaftlers Herfried Münkler gäbe es aber trotz alledem entscheidende Unterschiede, die verhindern, dass sich Geschichte auf so unrühmliche Art und Weise wiederholt.