Wiener Platz soll umgebaut werden

Dresden - Direkt an den Dresdner Hauptbahnhof schließt sich der Wiener Platz an. Der viel frequentierte Ort - sowohl durch Einheimische als auch viele Reisende - ist in den letzten Jahren zunehmend unsicherer geworden. Um gegen legale, sowie illegale Drogen anzukämpfen, hat die Stadt bereits Streetworker und vermehrt Polizei eingesetzt. Im nächsten Schritt soll der Wiener Platz umgestaltet werden.

Der Platz müsse erstmal aufgeräumt werden, so Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. Durch viele Einbauten wird der Platz sehr unübersichtlich und schwächt damit das Sicherheitsgefühl einiger Reisender. Mit den Eingängen zur Tiefgarage und den Brunnen wird eine Barriere erzeugt, durch die sich Fußgänger durchzwängen müssen. Zudem werden überall Fahrräder angeschlossen, was unordentlich wirkt, erklärt Schmidt-Lamontain. Bauliche Neuerungen sollen sich vor allem in diesem Bereich abspielen. Die Brunnen könnten saniert werden oder durch Beete ersetzt werden. Durch Bänke statt Geländer würde sich zudem die Aufenthaltsqualität erhöhen und verschiedene Menschen anziehen. Dies ist nur eine Maßnahme, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen.

Kristin Ferse, Suchtkoordinatorin der Stadt Dresden beschreibt das Sicherheitsgefühl als etwas subjektives. Dennoch wirken sich vor allem Beleuchtung, große Freiflächen, Überschaubarkeit, wahrnehmbare Polizei, sowie die Anwesenheit von anderen Menschen und Familien auf ein positives Sicherheitsgefühl aus. Dunkle Gassen, verwinkelte und nicht einsehbare Wege, sowie große menschenleere Plätze wirken sich eher negativ aus. 

Weiterhin erwähnt Kristin Ferse, dass auch alkoholisierte Männergruppen für Unsicherheit sorgen. Durch ein schöneres Ambiente und vor allem mehr Licht soll auch dem entgegengewirkt werden. Dadurch würde man diese Personen vertreiben und an andere, dunklere Orte verdrängen, so der Leiter des Polizeireviers Dresden-Mitte, André Marschke. Das sei normal und nicht zu verhindern. Es wurde bereits mehr Polizei eingesetzt, aber das noch zu erhöhen, sei nicht die Lösung.

Der Leiter des Polizeireviers Dresden-Mitte, André Marschke hat die Erfahrung, dass eine hohe Polizeipräsenz bei Passanten die Frage weckt, ob etwas los sei und ob es sogar Anlass zur Sorge gäbe. Es wirkt, als wäre etwas schlimmes passiert, so Marschke. Daher sagt er, könne die Polizei alleine nicht für eine höhere Sicherheit sorgen. 

Momentan beginnt die Planungsphase des Umbaus. Den Bau müsste dann der Stadtrat mit dem nächsten Haushalt für 2021/22 beschließen. Denn im aktuellen Haushalt ist für den Wiener Platz kein Geld eingeplant.