Windenergietag in Leipzig

Am Freitag treffen sich die Experten für Windenergie im Westin Hotel Leipzig. Dieses Treffen soll dem Gedankenaustausch in der erneuerbaren Windenergie dienen und neue Möglichkeiten aufzeigen. +++

Im Stadtgebiet von Sachsens Großstädten sind Windräder rar gesät. Nur zehn waren es zum letzten Jahreswechsel auf dem Stadtgebiet von Chemnitz, elf in Leipzig und in Dresden gab es gar keine.
Rund um die Großstädte wächst, wenn auch langsam, hingegen die Zahl der Windkraftanlagen.

„Die Großstädte sind für Windräder ein schwieriges Pflaster, das ist klar. Aber hier und da auf den Höhen rund um die Stadtkerne wären sicher noch Standorte zu finden“, findet Prof. Martin Maslaton, Energierechtsexperte und Vorsitzender des sächsischen Landesverbandes beim Bundesverband Windenergie (BWE).
Beim Windenergietag 2011, der sächsischen Plattform zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch der Branchenakteure im Bereich Windenergie, werden insbesondere die politischen Hürden in Sachsen eine wichtige Rolle spielen. Rund 100 Teilnehmer werden in Leipzig erwartet, davon allein rund 30 aus Sachsens Großstädten. Der Branchentreff gewinnt zunehmend an Bedeutung, erfordert doch die beschlossene Energiewende viele Weichenstellungen gerade auch im Freistaat. „Wenn auch die sächsische Staatsregierung derzeit noch an ihrem Braunkohlekurs unbeirrt festhält und die Erneuerbaren Energien in der Landesentwicklungsplanung stiefmütterlich behandelt, so wird sich dieser Kurs in absehbarer Zeit ändern müssen. Ein ‚Wind of Change’ in Sachsens Energiepolitik ist überfällig. Der Windenergietag ist eine gute Gelegenheit, dieses Umdenken nachdrücklich einzufordern“, bekräftigt BWE-Landesvorsitzender Maslaton.
Erste Hoffnungszeichen gibt es schon. Die Staatsregierung hat in ihrem Ende Oktober vorgestellten Energie- und Klimaprogramm bekräftigt, dass die Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien deutlich ausgebaut werden soll (in den nächsten zehn Jahren auf ein Drittel des Bruttostromverbrauchs in Sachsen) und die Flächen für Windparks in Sachsen mehr als verdoppelt werden sollen. Wie diese Absichtserklärung umgesetzt werden soll, und wie und ob Regional- und Landesplanung nun angepasst werden, dazu wird Ministerialrat Heinz Bienek vom Sächsischen Innenministerium auf dem Windenergietag Stellung beziehen.

Weitere interessante Vorträge beim 15. Sächsischen Windenergietag werden sich mit der Regionalplanung, Prognosen des Windaufkommens in Sachsen, Offshore-Windparks, den Repoweringpotentialen in Sachsen sowie der kommunalen Beteiligung an Windparks beschäftigen.

Ein besonderer Leckerbissen ist der Vortrag von Dr. Gunter Thiersch, Fernseh-Meteorologe beim ZDF zum Auftakt des Windenergietages. Er wird sich mit einem Wetterbericht 2030 der Frage widmen, wie die Wetterlagen in Sachsen im Jahr 2030 aussehen und ob der Klimawandel dann schon bei uns angekommen ist.