Wir besuchen Elvis – Unser Patenschwein!

Leipzig - Fressen, schlafen, bürsten lassen - Das Leben eines Hängebauchschweins klingt ganz schön entspannt. Noch dazu, wenn es im Leipziger Zoo lebt. Seit Anfang 2019 hat Leipzig Fernsehen die Patenschaft für eins der beiden Tiere hier übernommen. Tierpatenschaften sind die wichtigste Säule des Freunde- und Fördervereins des Leipziger Zoos.

Schwein musste sein - Was machen Hängebauchschweine den ganzen Tag?

Tierpflegerin Sarina Schliewenz kümmert sich um die beiden Vietnamesischen Hängebauchschweine. Sie erklärt, was Elvis und sein Bruder den Tag über machen: "Vor allen Dingen fressen, die Erde aufwühlen, mal den Ziegen Hallo sagen, Körperpflege betreiben, das heißt ein Schlammbad nehmen, auch viel schlafen. Und sich von den Besuchern bürsten lassen - Das lieben sie über alles, überall angefasst zu werden". Die beiden Eber wohnen gemeinsam mit den Damaraziegen im Streichelgehege des Leipziger Zoos. Sie kamen vor gut drei Jahren aus dem Berliner Zoo in die Messestadt. 

Der Bauch kann problematisch werden

Mindestens zwei Mal am Tag kommen Pfleger zum Saubermachen und Füttern. Und gefüttert werden müssen sie viel: Hängebauchschwein sind Alles- und Dauerfresser. Sie bekommen Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Laub oder Streufutter. Zwei Mal pro Tag gibt es Hauptfutter. Am liebsten fressen sie Obst, gekochte Eier oder ein Stück Brot. Damit der Bauch aber nicht zu groß wird und zu tief hängt, achten die Pfleger darauf, mehr Gemüse als Obst zu füttern. Denn wenn die Schweine zu dick werden, können sie erkranken. Dadurch kann die Lebenserwartung sinken. Ein auf dem Boden schleifender Bauch beeinträchtigt zudem beim Laufen und Bewegen.

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Tierpatenschaften - Wichtigste Säule des Zoo-Fördervereins

Leipzig Fernsehen ist seit dem 11.02.2019 Tierpate für ein Hängebauchschwein. Diese Patenschaft werden über den Freundes- und Fördervereins des Leipziger Zoos abgewickelt. Jährlich werden 1.400 bis 1.500 solcher Einzelpatenschaften abgewickelt. Daraus resultieren etwa 250.000 bis 300.000 Euro pro Jahr, die dem Zoo für Tieranlagen, Tierhaltung und Artenschutz übergeben werden, wie Michael Weichert, der Präsident des Vereins, erklärt. Tierpate kann jeder werden. Im Zoo Leipzig leben etwa 850 Tierarten. Aus diesen sucht man sich seinen Liebling aus bezahlt im Jahr 50 bis 6.000 Euro.

Woraus die hohe Preisspanne resultiert, erklärt Michael Weichert: "Der Preis erklärt sich durch die Aufwendung der Tierhaltung, aber auch durch die Größe und durch die Slltenheit des Tieres. Es liegt auf der Hand, dass ein Elefant als ein sehr großes Tier ganz viel Aufwand, Platz, Energie und Personal braucht. Hier sind die Patenschaft ganz oben bei 6.000 Euro. Nach unten gibt es Fische, kleine Säugetiere oder Reptilien. Das Beliebteste ist das Erdmännchen - für 150 Euro im Jahr." Besonders Schulklassen übernehmen gerne Patenschaften für die Erdmännchen.

Als Tierpate hat man übrigens keinerlei Pflichten, wie Michael Weichert erklärt: "Wir freuen uns, wenn die Tierpaten auch Mitglied in unserem Verein werden. Denn das ist mit einer Jahreskarte gekoppelt. Da kann man jederzeit in den Zoo gehen und zum Beispiel auch mal nur zum frühstücken oder Geburtstag feiern herkommen - oder eben beim Patentier vorbeischauen. Wir laden jedes Jahr auch zum Patentag, an dem es besondere Tierführungen sowie ein Rahmenprogramm gibt." Die Paten für die Leipziger Tiere sind übrigens weltweit verteilt: Die meisten kommen zwar aus dem Großraum Leipzig, aber auch aus der Schweiz, den USA, England oder Holland stammen Tierpatenschaften. Leipzig international - Das geht also auch tierisch.

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