“Wir lieben, wen wir wollen!“ – Demo für Gleichstellung homosexueller Paare

250 Demonstranten vorm Landtag. +++ Massenpetitionsübergabe mit 4300 Unterschriften. +++ Erstes KISS IN. +++ Antrag auf Gleichstellung homosexueller Paare abgelehnt. +++

So kuschelig wie am Mittwoch Abend war es auf dem Landtagsvorplatz wohl noch nie.

Über 250 homosexuelle Paare diskutierten, sangen und küssten für ihre Rechte.
 
In Sachsen können homosexuelle Paare nur in einer sogenannten „Lebenspartnerschaft“ ihre Liebe besiegeln. Seit 10 Jahren gibt es dazu das Lebenspartnerschaftsgesetz, dass die Gleichstellung dieser Lebenspartnerschaft mit der Ehe vorsieht. Das bedeutet, dass homosexuelle Paare unter anderem in Sachen Witwenrente, Hinterbliebenenversorgung und Familienzuschlag die gleichen Rechte hätten wie Ehepartner. Um das auch in Sachsen zu erreichen, müsste das Landesrecht erweitert werden.

Doch das ist bis heute nicht geschehen – Sachsen ist das einzige Bundesland, was das Lebenspartnerschaftsgesetz in die Landesrechtssprechung noch nicht aufgenommen hat.
 
Interview mit Alexander Krauß (CDU), Landtagsabgeordneter (im Video)

Doch daran mag unter den Demonstranten vor dem Landtag niemand mehr so richtig glauben. 

Interview mit Christian Richter, Initiative 2=2 (im Video)

CDU und FDP begründen das Verschieben der Gesetzesreform damit, dass im kommenden Jahr sowieso Änderungen anstünden und das dann gleich in einem Abwasch erledigt werden könne. Außerdem müssten die Prioritäten klar festgelegt sein.
 
Interview mit Alexander Krauß (CDU), Landtagsabgeordneter (im Video)

Um zu zeigen, dass das Thema eben doch eine hohe Priorität hat und es viele Betroffene gibt, wurde am Mittwoch auch eine Massenpetition, mit über 4300 Unterschriften übergeben.

Für homosexuelle Paare scheint der Kampf um Gleichberechtigung trotzdem noch nicht beendet zu sein, denn der Antrag der Oppositionsfraktionen, die Gleichstellung eher umzusetzen, wurde abgelehnt.

Die Demonstranten boten dieser Entscheidung mit einem öffentlichen Kiss In die Stirn – einige konnten es gar nicht abwarten.

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