„Wir sind das Volk“ Montagsgespräche in der „Runden Ecke“ gehen 2010 weiter

Am 4. Januar 2010, um 19 Uhr erzählt Katrin Hattenhauer, ehemalige Bürgerrechtlerin und Künstlerin, wie sie den Umbruch 1989/90 erlebte.

„Für ein offenes Land mit freien Menschen“, so stand es auf dem Transparent, das Katrin Hattenhauer im September 1989 entrollte und wofür sie eine Woche später in der Untersuchungshaftanstalt der Stasi landete. Doch nicht nur für ihren Mut 1989 ist die Malerin, die heute in Berlin und Italien lebt, bekannt, sondern auch für ihre stets kritische Auseinandersetzung mit dem Demokratisierungsprozess in der DDR und den Entwicklungen im wiedervereinigten Deutschland. Die Moderatoren Reinhard Bohse und Tobias Hollitzer werden sie am 4. Januar 2010 dazu befragen.
1968 im thüringischen Nordhausen geboren, begann Katrin Hattenhauer nach dem Abitur ihr Studium der Theologie an der kirchlichen Hochschule in Leipzig. Nachdem sie im Januar 1989 im Vorfeld einer Demonstration für Frieden und Menschenrechte Flugblätter verteilt hatte, wurde sie auf staatlichen Druck exmatrikuliert.

Hattenhauer war Mitglied im „Arbeitskreis Gerechtigkeit“ und an der Organisation der Friedensgebete und des Leipziger Straßenmusikfestes beteiligt. Am 11. September 1989 wurde sie auf dem Nikolaikirchhof festgenommen, weil sie eine Woche zuvor am selben Ort an einer Plakataktion beteiligt war. Bis zum 13. Oktober saß sie im Stasi-Untersuchungsgefängnis in der Dimitroffstraße, weswegen sie an der entscheidenden Demonstration am 9. Oktober nicht teilnehmen konnte. Die Verhaftungen vom September lösten damals DDR-weite Solidarität aus und mobilisierten auch bis dahin Unbeteiligte zum Protest.