Wirtschaftsförderung Sachsen zieht positive Bilanz

Durch die Aktivitäten der Wirtschaftsförderung Sachsen entstanden 2012 im Freistaat 1200 neue Arbeitsplätze. Ein ausführliches Interview mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung sehen Sie heute abend in der “Drehscheibe Dresden“. +++

Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) hat den Freistaat im Jahr 2012 erneut erfolgreich vermarktet und blickt auf ein positives Ergebnis bei der Betreuung von Investitions- und Absatzförderungsprojekten zurück.

Wirtschaftsminister Morlok: Sachsen wird immer attraktiver – für viele Branchen

„Eine erfolgreiche Ansiedlungspolitik ist und bleibt ein wichtiges Ziel der Staatsregierung. Immer mehr innovative und wachstumsstarke Unternehmen erkennen die Attraktivität Sachsens als Wirtschaftsstandort“, sagt der sächsische Wirtschaftsminister und WFS-Aufsichtsratsvorsitzende Sven Morlok (FDP). „Dabei geht es nicht nur darum, neue Unternehmen nach Sachsen zu holen. Bereits hier ansässige Unternehmen beim Ausbau zu unterstützen, stärkt das endogene Wachstum im Freistaat. Wichtig ist eine engagierte, bedarfsorientierte und passgenaue Betreuung und Begleitung von potenziellen Investoren“, so Wirtschaftsminister Morlok weiter.

Mehr Neuansiedlungen / Erweiterungen und Stärkung des endogenen Wachstums

Mit 24 Neuansiedlungen bzw. Unternehmenserweiterungen und einem damit verbundenen Investitionsvolumen von 322,7 Millionen Euro wurden durch Unternehmen mit Unterstützung der WFS 1.215 Arbeitsplätze neu geschaffen. „Die Zahlen belegen – sowohl bereits ansässige, als auch neue Unternehmen investieren kontinuierlich in den Standort. Das Interesse am Wirtschaftsstandort Sachsen ist nach wie vor hoch, Investoren fühlen sich hier gut betreut. Allein im letzten Jahr haben uns über 80 neue Anfragen erreicht. Insgesamt haben wir 327 individuelle Standortangebote erstellt – knapp 40 Prozent mehr als im Vorjahr“, berichtet WFS-Geschäftsführer Peter Nothnagel. Die Interessenten kamen dabei hauptsächlich aus Deutschland, aber auch zum Beispiel aus den USA, aus Japan, Italien oder Polen. „Wir richten zudem unser Augenmerk zielgerichtet darauf, das endogene Wachstum bereits ansässiger Firmen intensiv zu stärken. Die steigende Zahl an Erweiterungsinvestitionen bestätigt unsere Bemühungen“, so Nothnagel weiter.

Die Norafin Industries (Germany) GmbH ist eines der Unternehmen, die mit Unterstützung der WFS im vorigen Jahr wachsen konnten. Das Unternehmen mit Sitz in Mildenau (Erzgebirge) entwickelte zu Beginn der 1980er Jahre zusammen mit dem Forschungsinstitut für Textilindustrie (heute STFI) Europas erste Wasserstrahllinie, bei der Fasern mittels Wasser unter Hochdruck – durch feine Düsen gepresst – miteinander verwirbelt werden. Diese Technologie nutzt Norafin, um in Kombination mit einer firmeneigenen Nadeltechnologie innovative und funktionelle Textilien herzustellen. Die WFS begleitete im letzten Jahr die Erweiterung des Norafin-Standortes im Erzgebirge. Im August 2012 erfolgte der erste Spatenstich für die Errichtung einer weiteren Produktionshalle für die Herstellung von Vliesstoffen aus chemisch hergestellten Fasern sowie Naturfasern. „Andererseits geben uns unsere bestehenden Anlagen aber auch die Möglichkeit, mit einem völlig neuen Material zu arbeiten – Basaltfasern, die extrem hitze- und abnutzungsbeständig sind. Dass wir unser Geschäftsfeld stetig erweitern und wachsen können, dabei hilft uns die WFS zusammen mit den regionalen Wirtschaftsförderern und der Sächsischen Aufbaubank“, sagt Norafin-Geschäftsführer André Lang.

Innovation und endogenes Wachstum in der sächsischen Wirtschaft nehmen in der Branchenarbeit der WFS einen immer breiteren Raum ein. Ein wichtiges Instrument sind hierbei die Projektwerkstätten und Workshops zu ausgewählten Technologiefeldern. Diese bieten den sächsischen Unternehmen die Möglichkeit zu Diskussion und Kooperation untereinander und mit Forschungseinrichtungen. Im vergangenen Jahr wurden 6 solcher Veranstaltungen mit fast 300 Teilnehmern zu Themen wie Energiespeicherung, Umwelttechnik, Bahntechnik, Agrartechnik und Ernährungswirtschaft durchgeführt. Zu den Ergebnissen der Workshops zählen unter anderem zahlreiche konkrete Projekte für Produkt- und Prozessinnovationen.

Sächsische Produkte international gefragt

Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen vermeldete kürzlich einen Rekordwert für die Ausfuhr von Produkten. Noch nie exportierten sächsische Unternehmen mehr, als im Jahr 2012. Zu diesem positiven Trend hat die WFS mit ihren zahlreichen Aktivitäten zur Unterstützung sächsischer Firmen in ihren Absatzbemühungen beigetragen.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1.024 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in 74 Absatzförderungsprojekten betreut. Ein Instrument ist die Organisation von Firmenbeteiligungen an internationalen Messen. „Die sächsische Wirtschaft bekommt damit im In- und Ausland ein Gesicht“, so der WFS-Geschäftsführer. Allein im letzten Jahr war die WFS im Auftrag des sächsischen Wirtschaftsministeriums auf 12 internationalen Branchen-Leitmessen mit einem „Sachsen-live“-Gemeinschaftsstand vertreten – 159 Austeller aus dem ganzen Freistaat wurden dort betreut. Seit Anfang 2012 organisiert die WFS auch die „Sachsen genießen“-Gemeinschaftsstände im Auftrag des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums auf Messen der Ernährungswirtschaft – insgesamt 61 sächsische Aussteller wurden auf 5 Messen begleitet.

„Besonders wichtig für sächsische Unternehmer sind auch die Unternehmer- und Delegationsreisen in wichtige Zielmärkte“, erklärt Nothnagel weiter. „Im Jahr 2012 führten – oft unter Leitung von Vertretern der sächsischen Staatsregierung – 18 solcher Reisen insgesamt 180 sächsische Firmen unter anderem nach Russland, Polen, Kanada und in die Vereinigten Arabischen Emirate.“

Von diesen Aktivitäten profitierte auch die Profiroll Technologies GmbH, eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Kaltumformtechnologien. Der Werkzeugmaschinenbau-Spezialist aus Bad Düben nutzte WFS-Angebote, um seine Marktposition in der Russischen Föderation auszubauen und zu festigen. „Im letzten Jahr haben wir an 4 Unternehmerreisen nach Russland teilgenommen. Die WFS ermöglicht uns damit, direkt in Kontakt mit potenziellen Kunden zu kommen und die regionale Wirtschaft kennenzulernen“, berichtet Jens Wunderlich, Prokurist der Profiroll Technologies GmbH. „Wir nutzen solche Angebote schon seit Jahren sehr gern – und die Ergebnisse sprechen für sich. Jede Reise führte zu intensiven Gesprächen und zu Vertragsanbahnungen über die Lieferung von Werkzeugen und Maschinen. Die Kontaktaufnahme hätte ohne die Unterstützung der WFS um ein Vielfaches länger gedauert.“

Erste Erfolge in 2013

Gegenwärtig bearbeitet die WFS 262 laufende Investitionsanfragen. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2013 konnten bereits 4 Ansiedlungs- / Erweiterungsprojekte erfolgreich abgeschlossen werden. Dazu gehört die Bosch Sensortec GmbH, die am Standort Dresden ein neues Entwicklungszentrum für Chip-Design aufbauen wird. Neben Reutlingen, München, Shanghai und Bangalore entwickelt das Unternehmen nun auch in der sächsischen Landeshauptstadt anwenderspezifische integrierte Schaltkreise für Mikro-Elektromechanische Systeme (MEMS), die unter anderem in Tablets und Smartphones zum Einsatz kommen.

Auch 2013 wirbt die WFS weltweit wieder aktiv für den Wirtschaftsstandort. Geplante Delegations- und Unternehmerreisen führen in die Schwerpunktmärkte Russische Föderation sowie Mittel- und Osteuropa (MOE), aber auch nach China, Indien oder in die Türkei. Im Vordergrund der Aktivitäten stehen dabei v. a. die Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Mobilität (Automobilindustrie, Logistik), aber auch Umwelttechnik sowie Life-Sciences. Ein regionaler Schwerpunkt der 13 geplanten Messeaktivitäten mit „Sachsen-live“-Gemeinschaftsständen liegt auf der arabischen Golfregion. Die 9 geplanten „Sachsen genießen“-Messebeteiligungen konzentrieren sich im deutschen Sprachraum.

Quelle: PR Piloten GmbH & Co. KG

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