Wirtschaftsverbände greifen Leipzigs grüne Lunge an – Oder doch nicht?

Leipzig – Eigentlich soll mit dem Aktionsplan „Mobilität Leipzig 700plus“ das Verkehrsnetz der Stadt zukunftssicher gemacht werden. Nun hagelt es aber von mehreren Seiten Kritik. Anstatt Leipzigs Verkehrsprobleme zu lösen, sollen diese durch das Konzept erst noch vergrößert werden, so einer der Vorwürfe.

Rückblick: Vergangene Woche stellten Wirtschaftsvertreter wie die IHK zu Leipzig und die Handwerkskammer zu Leipzig einen Aktionsplan vor, in dem es im Grunde um alles geht, was den Verkehr betrifft. So soll das Straßennetz für Autos ausgebaut und neue Radwege angelegt werden, um auf die steigende Einwohnerzahl zu reagieren.

Einige Verbände der Stadt zeigen sich jedoch nun von dem Aktionsplan schlichtweg enttäuscht – so auch der Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland. „Wir weisen die Forderungen der Wirtschaftskammern entschieden zurück“, so der Vorsitzende Laurenz Heine. „Das ist kein Paradigmenwechsel, sondern ein Rückfall in das vergangene Jahrhundert.“

Ähnlich sieht das auch der Leipziger Umweltbund Ökolöwe. Dieser hält den Aktionsplan der Wirtschaftsverbände für einen Angriff auf die grüne Lunge der Stadt. Denn das 20 Jahre alte Verkehrskonzept, an dem sich der Aktionsplan orientieren soll, sieht Schnellstraßen durch eine Vielzahl von Leipziger Parks vor.

Doch hier muss die Wirtschaftsinitative etwas richtig stellen: „Wir haben keine konkreten Pläne, welche Straßen wo gebaut werden sollen. Die Ideen aus der Vergangenheit sind da, aber wir wollen diese keinesfalls genau so umestzen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig Dr. Thomas Hofmann.

Wirklich greifbare Pläne gibt es also noch nicht, denn zuerst stehen diverse Untersuchungen an. Eines ist aber bereits sicher: An einem Ring- und Tangentensystem soll festgehalten werden, um so die Verkehrsströme aus der Innenstadt zu verlagern.

Die Wirtschaftsinitative bittet nun, dass sich diejenigen, die an der Entwicklung der Stadt beteiligt sind, in den Aktionsplan einbringen, damit so ein schlüssiges Gesamtkonzept entwickelt werden kann.