Wissenschaftsrat unterstützt Staatliche Kunstsammlungen Dresden beim Ausbau seines Forschungsprofils

Der renommierte Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung berät, hat auf seiner Sitzung in Berlin die Evaluation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beschlossen.

Gegenwärtig ist der Evaluationsausschuss vor allem mit der Evaluierung einzelner Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland, zum Teil verbunden mit einer Förderempfehlung zur Aufnahme in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern befasst.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit ihrer traditionsreichen 450-jährigen Geschichte erfüllen als Verbund von derzeit zwölf Museen die Aufgabe des forschungsbasierten Sammelns, Bewahrens, Ausstellens und Vermittelns kunsthistorisch bedeutsamer Kunstwerke. Im Jahre 2009 wurde im Zuge der Staatsbetriebsgründung die derzeitige Struktur der Kunstsammlungen etabliert, die eine zentrale Geschäftsführung, begleitet von einem Verwaltungsrat und einem wissenschaftlichen Beirat, vorsieht. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden verstehen sich als eine Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt auf dem musealen Bereich.

„Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlungen, die Forschung an den Objekten sind die Voraussetzungen für jede Ausstellung, für Kataloge und Museumsführer, den Audioguide und die museumspädagogischen Angebote, also für die Erlebnisse und Einsichten, die die Besucherinnen und Besucher von ihrem Museumsaufenthalt mitnehmen. Ich freue mich daher außerordentlich, dass der Wissenschaftsrat unserem Antrag gefolgt ist, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden – neben bisher ganz wenigen Kultureinrichtungen in Deutschland – mit Blick auf ihr Selbstverständnis zu evaluieren, die Forschungsleistung zu würdigen und gegebenenfalls eine Optimierung ihrer Forschungsorganisation vorzulegen. Mit ihren Dauer- und Sonderausstellungen und den überzeugenden Wieder- und Neueröffnungen von Museen haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im In- und Ausland eine hervorragende Besucherresonanz erzeugt. Zugleich konnten sie sich aber auch als eine international anerkannte Forschungseinrichtung etablieren“, wie die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, heute in Dresden erklärte.

Der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, zu dieser erfreulichen Nachricht: „Die Forschung an den eigenen Beständen, am konkreten Kunstwerk in der Ausstellung oder im Depot, ist etwas, das nur die Wissenschaftler in den Museen leisten können – nicht in Konkurrenz zu Universitäten oder anderen Forschungsinstituten, sondern als unverzichtbare Ergänzung und in enger Zusammenarbeit. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden verstehen sich als forschende Einrichtung und wollen dieses Profil auch weiterhin schärfen.“

Nach Auskunft des Wissenschaftsrates kann mit einer Vorlage Mitte 2012 gerechnet werden.