WOBA-Verkauf soll insgesamt über 1,7 Milliarden Euro bringen

Die Zahl klingt gewaltig: 1,7 Milliarden Euro will der Investmentfonds Fortress für die WOBA Dresden zahlen. Oberbürgermeister Ingolf Roßberg wird nicht müde, die Vorteile des Milliarden-Deals zu loben: vollständige Entschuldung der Stadt, genügend Geld für Kitas.

Doch der Verkauf hat nur eine sehr knappe Mehrheit im Stadtrat. Am 9. März soll der Stadtrat über den Verkauf der WOBA abstimmen. Das Angebot ist verlockend: Die New Yorker Unternehmensgruppe Fortress mit Sitz in Frankfurt kauft die WOBA für 1,7 Milliarden Euro. Nach Abzug der Woba-Schulden bleiben noch stattliche 980 Millionen Euro übrig. Die sollen komplett in die Schuldentilgung fließen, wie Oberbürgermeister Ingolf Roßberg nach der Sitzung der Lenkungsgruppe bekannt gab.
Der Verkaufspreis übertrifft bei weitem die Erwartungen. 650 Millionen Euro waren für eine Teilentschuldung im Haushalt eingeplant. Die 980 Millionen reichen für eine vollständige Tilgung der Schulden und es bleibt sogar noch etwas übrig. Wenn der Verkauf zustande kommt, könnte beispielsweise sofort das Geld für Investitionen in den Kitas bereit gestellt werden, sagte Roßberg.
Doch im Stadtrat gibt es auch Stimmen gegen den Verkauf. Die Mehrheit der Befürworter ist hauchdünn. Die SPD-Fraktion will am 9. März gegen den Verkauf stimmen. Zwei Bieter waren als künftige Eigentümer der Woba zum Schluss noch im Rennen: Fortress und Apellas. Letztere bot aber rund 50 Millionen Euro weniger und ist damit aus dem Rennen. Beide haben die Sozialcharta anerkannt und noch darüber hinaus Zusagen gemacht. Stadträtin Sabine Friedel (SPD) geht das nicht weit genug.
Die Fortress hat in Deutschland schon zwei andere Immobilenkäufe abgeschlossen. Darunter der Kauf der Gagfah von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte mit 77.000 Wohnungen. Die WOBA räumt Bedenken gegen den neuen Eigentümer aus. Am 9. März müssen sich die Stadträte für oder gegen den WOBA-Verkauf entscheiden. Denn nur bis 10. März sind die beiden Angebote gültig, sagte Roßberg.