Wohin mit all den Kassenbons?

Dresden - Seit dem 1. Januar gilt die gesetzliche Kassenbonpflicht zur Bekämpfung von Steuerkriminalität, doch viele Kunden wollen die Zettel gar nicht und finden die Digitalvariante zu kompliziert. Die Morenz Bäckerei in Dresden-Strehlen möchte nun vor Augen führen, wieviel Sondermüll bei ihnen durch die Bonpflicht anfällt.

Für Bäckermeister Ronald Morenz ist die Regelung ein Beispiel für ausufernde Bürokratie. Ihn stört vor allem, dass er sich dadurch in einen Topf mit Steuerhinterziehern geworfen sieht. Da die Kunden überwiegend auf die Kassenbons verzichten und vielen die digitale Bonvariante zu kompliziert erscheine, bleiben die Zettel dann in der Bäckereifiliale zurück. Ein zusätzliches Manko sei auch, dass die Zettel eben nicht aus normalem Papier hergestellt seien. Insgesamt sind die Papierrollen so deutlich teurer, schneller aufgebraucht und dazu noch umweltschädlich.

Um diese Zettelwirtschaft vor Augen zu führen, hat er sich entschlossen, alle seit Montag, dem 6. Januar dagebliebenen Kassenbons zu sammeln. Nun ziehen sich lange Wäscheleinen durch das Geschäft, mehrere Körbe und ganze Haufen sind auf Tischen zu finden. Was er später mit den Zetteln anstelle, wisse er noch nicht genau, aber sicherlich dasselbe wie die meisten Kunden - wegwerfen. Bei denen kommt die Aktion ziemlich gut an, da sie Morenz' Meinung teilen.