Wohnraumbedarfskonzept vorgestellt

Das Stadtplanungsamt hat im September 2009 eine Studie zum zukünftigen Wohnraumbedarf in Chemnitz in Auftrag gegeben.

Sie soll die Stadtplanung bei wohnungspolitischen und wohnungswirtschaftlichen Entscheidungen mit fundierten Informationen unterstützen. Die nun vorliegenden Ergebnisse der Studie wurden dem Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch vorgestellt.

Der Bericht geht für die Stadt Chemnitz von einer Verringerung der Wohnungsnachfrage bis zum Jahr 2020 um ca. 6% aus. Begründet wird dieser Rückgang mit der zu erwartenden demografischen Entwicklung. Insbesondere stehen weniger Frauen im gebärfähigen Alter einer leichten Steigerung der Sterberate gegenüber.

Des Weiteren kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Senioren-Haushalte ansteigen wird und im Verhältnis dazu Haushaltsneugründungen abnehmen. Ursache für diese Entwicklung sind die demografischen Verschiebungen in der Altersstruktur der Chemnitzer Bevölkerung.

Für die Entwicklung des Wohnungsmarktes spielen darüber hinaus die Pendler eine entscheidende Rolle. Nahezu die Hälfte (ca. 45%) der 107.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in Chemnitz sind Einpendler – wohnen also nicht in Chemnitz.

Ein weiteres Ergebnis bezieht sich auf künftige Wohntrends. Demnach werden die Ansprüche an Wohnen und Wohnumfeld höher. Der Bevölkerungsteil, der ein zentrumsnahes Wohnen in einem urbanen und attraktiven Umfeld sucht, steigt in den kommenden Jahren kontinuierlich. Dies führt laut Studie zu einer größeren Nachfrage nach innerstädtischen Altbauquartieren.

Vor dem Hintergund der demografisch bedingt sinkenden Nachfrage nach Wohnraum und dem zu erwartenden Wandel von Wohnbedürfnissen schlägt die Studie Strategien zur weiteren Wohnentwicklung in Chemnitz vor:

Statt einer stadtteilorientierten Entwicklungspolitik mit dem Ziel der kompakten Stadt sollte sich Chemnitz stärker auf die zielgerichtete Entwicklung von Quartieren in den Stadtteilen konzentrieren.

Gemäß einer Strategie kleinteiliger Quartiersentwicklung sollten dabei zunächst stabile und stabilisierbare Quartierskerne identifiziert werden. Hernach sollten verschiedene Instrumente zur Förderung und Ausweitung dieser Quartierskerne vorgenommen werden: Zielgruppenspezifische Umfeldentwicklung, Verkehrsregelungen z.B. zur Verringerung des Duchgangsverkehrs, Begrenzung des Leerstandes durch Modernisierung und Rückbau, Nachbarschaftsinitiativen, Quartiersmarketing.

Gesonderte Strategien empfiehlt die Studie im Umgang mit den Magistralen, die als Wohnstandort nur schwer zu vermarkten sind.

Der Nachfrage nach innerstädtischem Altbau stehen eine meist kleinteilige Eigentümerstruktur und im Vergleich zu den erzielbaren Mieteinnahmen hohe Sanierungskosten gegenüber. Hier regt die Studie ein koordinierendes und steuerndes Altbaumanagement an, das z.B. über Schlüsselprojekte und Marketingmaßnahmen gemeinsame Anstrengungen der Eigentümer anregt.

Potenziale sieht die Untersuchung im Marketing der Stadt. Chemnitz sollte sich demnach stärker als attraktiver Wohn- und Lebensstandort positionieren, um insbesondere Pendler als Einwohnern der Stadt zu gewinnen.

Das Wohnraumbedarfskonzept steht Ihnen hier und auch auf www.chemnitz.de zur Verfügung

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