Wohnungsnot – das größte Problem der Landeshauptstadt

Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Kommunalen Bürgerumfrage 2014. Wie lebt es sich in Dresden? Wie gut wohnen die Dresdner? Dies und mehr beantwortet die Kommunale Bürgerumfrage. Die wichtigstens Ergebnisse gibt es unter www.dresden-fernsehen.de +++

Zur Kommunalen Bürgerumfrage 2014 hat DRESDEN FERNSEHEN Redakteur Jonathan Wosch mit Dr. Lioba Buscher, Leiterin der Kommunalen Statistikstelle, und Detlef Sittel (CDU), Zweiter Bürgermeister, gesprochen. Die Interviews sehen Sie im Video!

„LEBEN IN DRESDEN“ – AUSWERTUNG DER KOMMUNALEN BÜRGERUMFRAGE 2014

Im März 2014 verschickte die Stadt 11 900 Fragebögen zur zehnten
Kommunalen Bürgerumfrage (KBU) seit 1993. 41,1 Prozent der
Angeschriebenen haben die Fragebögen ausgefüllt und zurückgesandt.
Die Rücklaufquote ist 2,5 Prozentpunkte niedriger als die der letzten
KBU, was mit dem Verzicht auf ein zweites Erinnerungsschreiben
zusammenhängt. Dennoch sind statistisch zuverlässige Aussagen bis zur
Ebene der 17 Stadträume möglich. Auf Grundlage der gültigen Satzung
wurden die Befragungsinhalte von einer städtischen Arbeitsgruppe
ausgewählt. Um mehr Fragen unterbringen zu können, wurden – wie schon
seit 2007 – zwei teilweise unterschiedliche Fragebögen (A und B)
entwickelt. Inhaltliche Schwerpunkte betrafen Wohnen, Umziehen,
finanzielle Situation, Stadtentwicklung und Verkehr, Sicherheitsgefühl,
Bewertung der medizinischen Versorgung, Erfahrungen mit Drogen und
Einstellung zu bestimmten sozialen Gruppen, wobei nicht nur Tatsachen,
sondern auch Meinungen und Wünsche erfragt wurden.

PERSÖNLICHE WIRTSCHAFTLICHE LAGE SO GUT WIE NIE EINGESCHÄTZT
Die persönliche wirtschaftliche Lage wird im Vergleich mit bisherigen
Umfragen am besten bewertet. 58 Prozent der Befragten schätzen sie als
„sehr gut“ oder „gut“ ein (2012: 54 Prozent). Auch die Erwartungen
an die zukünftige Entwicklung sind so positiv wie nie zuvor: 20 Prozent
erwarten eine Verbesserung (2012: 15 Prozent) und nur 14 Prozent sind
eher pessimistisch.

EINKOMMEN DER DRESDNER HAUSHALTE STEIGT
Das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Dresdner Haushaltes ist seit
der letzten KBU im Jahr 2012 um knapp fünf Prozent angestiegen. Dies
entspricht 2,4 Prozent in einem Jahr. Im Februar 2014 verfügte ein
Dresdner Durchschnittshaushalt über ein Einkommen von 1 888 Euro
(Median) monatlich. Die größten Zuwächse verzeichnen diesmal Paare
mit Kindern, für die zwischen den beiden vorhergehenden Umfragen ein
Rückgang gemessen wurde. Sie verfügen jetzt über 15 Prozent mehr
Einkommen, auch Paare mit zwei Erwerbstätigen und Paare ohne Kinder
legten um sechs Prozent zu.
Das bedarfsgewichtete Nettoäquivalenzeinkommen eignet sich zur
Beurteilung eher. Hierbei wird das Einkommen abhängig von
Haushaltsgröße und -zusammensetzung je Person umgerechnet, um die
Verteilung der finanziellen Ausstattung besser beschreiben zu können.
Das durchschnittliche bedarfsgewichtete Nettoäquivalenzeinkommen ist im
Laufe der Jahre seit 1993 um 61 Prozent angewachsen. Es liegt jetzt bei
1 444 Euro gegenüber 1 414 im Jahr 2012, dies entspricht einem Anstieg
von 1,1 Prozent pro Jahr.

GROßE ZUFRIEDENHEIT MIT DER WOHNUNG UND DER STADT, WOHNKOSTEN STEIGEN
Die Dresdnerinnen und Dresdner sind mit der Wohnung, der Wohngegend und
der Stadt ausgesprochen zufrieden. Die „Durchschnittsnoten“ bei der
Bewertung der Wohnung und der Wohngegend erreichen seit 2010 zum dritten
Mal in Folge die bis dahin jeweils beste Note von 1,9. Die Stadt
allgemein wird noch besser bewertet und erhält die Durchschnittsnote
1,8. 16 Prozent der Dresdner Haushalte wohnen in ihrem eigenen Haus oder
in der eigenen Wohnung. Eine durchschnittliche bewohnte Dresdner Wohnung
ist 72,5 Quadratmeter groß und hat statistisch betrachtet 2,9 Räume.
Die Ausstattung der Wohnungen hat sich verbessert: 42 Prozent verfügen
mittlerweile über ein zweites Bad oder eine zweite Dusche innerhalb der
Wohnung. 77 Prozent aller Wohnungen, und damit zwei Prozentpunkte mehr
als 2012, verfügen über einen Balkon, eine Terrasse oder eine Loggia.
Die „durchschnittliche Dresdner Mietwohnung“ kostet monatlich 515 Euro
(7,84 Euro je Quadratmeter), davon betragen die Grundmiete 378 Euro
(5,69 Euro je Quadratmeter), die kalten Betriebskosten 76 Euro (1,17
Euro je Quadratmeter) und die Kosten für Heizung und Wassererwärmung
78 Euro (1,19 Euro je Quadratmeter).
Gegenüber der KBU im Jahr 2012 betrug der Anstieg der Grundmiete etwa
2,9 Prozent pro Jahr. Während die kalten Betriebskosten fast stabil
blieben, stiegen die „warmen“ Betriebskosten stark an. Die
Wohnungskosten belasten einen Dresdner Mieterhaushalt mit
durchschnittlich 33 Prozent, wobei die Anzahl der Personen im Haushalt
eine große Rolle spielt. Bei Ein-Personen-Haushalten beträgt der
Anteil etwa 34 Prozent, bei allen Mehr-Personen-Haushalten 25 Prozent
und weniger.

UMZIEHEN – MOTIVE ÄNDERN SICH DURCH HÖHERE KINDERZAHL UND ANSPRÜCHE

Zum Umziehen betrifft die sicherste Aussage den Zeitraum der nächsten
zwei Jahre: in dieser Zeit wollen – wie schon bei allen Umfragen seit
2007 – 14 Prozent der Befragten umziehen. Innerhalb der nächsten fünf
Jahre wollen insgesamt weitere sieben Prozent umziehen. Stärkste Motive
für den Umzug innerhalb Dresdens sind „größere Wohnung“ und
„moderner ausgestattete Wohnung“ sowie „mehr Ruhe und Naturnähe“.

Quelle: Pressemitteilung der Landeshauptstadt Dresden