Wohnungsunternehmen gegen Baugenehmigung

Die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG hat beim Verwaltungsgericht Chemnitz einen Eilantrag gestellt, um die Sanierung und geringfügige Erweiterung einer Wohneinrichtung für Migranten und wohnungslose Chemnitzer im Stadtteil Altendorf zu verhindern.

Das Unternehmen wendet sich gegen die geplante Einrichtung mit 66 Plätzen, in der seit Jahren unter anderem deutsche Spätaussiedler, jüdische Emigranten und Asylbewerber vorübergehend wohnen, da diese nicht ins hochwertige Umfeld passten und damit kein „ungestörtes Wohnen“ für die Anlieger und im gesamten Wohngebiet mehr möglich sei.

Die Wohnungsgenossenschaft scheut auch nicht davor zurück, eine Einrichtung des Kinder- und Jugendnotdienstes in diesem Stadtteil als Argument für außergewöhnliche Belastungen („Nutzungskonflikte“) der sonstigen Bewohner ins Feld zu führen.

„Die Aufnahme von Migranten und in Obdachlosigkeit geratenen Menschen sollte in unserer Gesellschaft zuerst eine Frage der Mitmenschlichkeit sein. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso eine solche Einrichtung oder ein Haus für in Not geratene Kinder und Jugendliche die Mieter der CSG belasten soll“, meint Bürgermeisterin Heidemarie Lüth.

In dem sanierungsbedürftigen Gebäude, das mitten in einer parkähnlichen Anlage gelegen ist, wohnen seit 1995 durchschnittlich 60 Menschen, die in den letzten Jahren weder durch ihr Verhalten noch durch ihre Herkunft oder Anzahl bislang Anlass zu besonderen Beschwerden gegeben haben. Zudem unterstützt die Kommune diesen Personenkreis durch Sozialarbeiter vor Ort, um einen Übergang in eigenen Wohnraum rasch und problemlos bewältigen zu können.

Ähnliche oder andere Einrichtungen gibt es in fast allen Teilen unserer Stadt, sie gehören wie Krankenhäuser und Pflegeheime zur allgemeinen Daseinsfürsorge in einem Gemeinwesen und stabilisieren das Zusammenleben.

Mit dem SACHSEN FERNSEHEN Newsletter sind Sie immer top informiert!