Wolf bleibt geschützte Tierart

Laut Sachsens Umweltminister Frank Kupfer soll der Wolf auch nach der Aufnahme ins Jagdrecht eine streng geschützt Tierart bleiben. +++

„Der Schutz mit Hilfe des Jagdrechts ist auch nichts Außergewöhnliches. Bereits jetzt sind unter anderem mit Luchs, Fischotter und zahlreichen Greifvögeln Tierarten im Jagdrecht erfasst, die ganzjährig unter Schutz stehen und damit auf keinen Fall gejagt werden dürfen“. Ein Rechtsgutachten im Auftrag des Umweltministeriums habe ergeben, dass ein Schutz über das Jagdrecht möglich sei. Das Gutachten wurde im Internet unter www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/18228.htm veröffentlicht.

Grund für den nach wie vor notwendigen strengen Schutz sei die geringe Zahl der Tiere in der deutsch-westpolnischen Population, zu der auch die Wölfe gehören, die in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt leben. Derzeit zählt die Population etwa 150 Tiere. Rund 50 Wölfe in sieben Rudeln leben in Sachsen.

„Trotz des strengen Schutzes muss niemand Angst vor dem Wolf haben“, so der Minister weiter. „Unsere Erfahrungen aus rund 15 Jahren Anwesenheit von Wölfen zeigen: die Tiere meiden den Menschen. Bedrohungen oder Angriffe hat es hier in keinem einzigen Fall gegeben“. Durch das eingerichtete Monitoring sei gesichert, dass Problemwölfe mit auffälligem Verhalten rechtzeitig erkannt werden können. Die dann mögliche Entnahme der betreffenden Tiere aus der Natur sei bereits heute klar geregelt.

Tatsächliche Konflikte mit dem Wolf haben sich bisher nur in Bezug auf Nutztiere ergeben. „Es ist klar, der Wolf ist als Beutegreifer auf Fleisch als Nahrung angewiesen. Hier gilt es, Nutztiere wie Schafe oder Ziegen entsprechend zu schützen“, so der Minister. Der Freistaat unterstützt die Tierhalter bei der Anschaffung von Elektrozäunen, Unterwühlschutz oder Herdenschutzhunden mit Fördermitteln. Kommt es trotz der vorgesehenen Schutzmaßnahmen zu Schäden, dann erhalten die betroffenen Tierhalter einen Schadensausgleich. „Weil sich die Wölfe in Sachsen neue Gebiete erschließen, haben wir erst vor Kurzem das Gebiet ausgeweitet, in dem wir die Tierhalter bei Schutzmaßnahmen unterstützen. Ich kann nur dringend dafür werben, diese Unterstützung anzunehmen“.

Der Minister wies abschließend nochmals auf das aufwändige Monitoring hin. „Es hilft uns, notwendige Informationen darüber zu erhalten, wo Wölfe anwesend sind, wie sie sich bewegen, verhalten, vermehren und was ihre Hauptnahrungsquellen sind. Ich erwarte, dass das Monitoring mit der Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht deutlich breiter aufgestellt sein wird. Die mehr als 10 000 sächsischen Jäger, insbesondere die Mitglieder des Landesjagdverbandes, werden diese wichtige Arbeit unterstützen“.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

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