Wolfgang Herrndorf gewinnt Buchmesse-Preis

Bereits am ersten Messetag wurden sie verliehen: Die begehrten Autorenpreise der Leipziger Buchmesse. In der Königsdisziplin, der Kategorie „Belletristik“ gewann dieses Jahr der Hamburger Autor Wolfgang Herrndorf mit seinem Buch „SAND“. +++

Die Geschichte des Romans spielt Anfang der 70er Jahre, sie spielt in Afrika, in brüllender Hitze, und in ihrem Zentrum steht ein Mann, der sein Gedächtnis verloren hat. Nicht einmal seinen Namen weiß er noch – als ihn jemand Carl nennt, ist er einverstanden. Carl, den wir blutüberströmt und mit einer Kopfverletzung kennenlernen, wird von mysteriösen Gestalten verfolgt, die er nicht kennt.

Er wird gefoltert und weiß nicht, warum. Man will irgendetwas von ihm, aber er weiß nicht, was. Um sein Leben zu retten, verspricht er, es zu besorgen, was auch immer es ist – und von da ab kommt es eigentlich immer nur noch schlimmer. Er gerät von einer ausweglosen Situation in die nächste, was immer er auch beginnt, endet in einer Sackgasse.
Eine geheimnisvolle blonde Frau namens Helen spielt womöglich ein falsches Spiel mit ihm. Dubiose Polizisten tauchen auf und verschwinden wieder.

Das Buch liest sich spannend wie ein Agenten-Thriller. Nie lässt sich vorhersagen, wie die Handlung hinter der nächsten Kurve weitergehen wird, wer oder was dem Helden als nächstes übel mitspielen wird. Im Grunde handelt SAND von der Sinnlosigkeit jeglichen Tuns und von Vergeblichkeit. Es kommt ja eh immer anders, als man denkt.

Deutschlandweite Aufmerksamkeit bekam Herrndorf bereits 2010 mit seinem Roman TSCHICK, für den er damals schon für den Buchmesse-Preis nominiert war und wurde für seine Werke bereits mit dem Deutschen Erzählerpreis, dem Brentano-Preis 2011 und dem Hans-Fallada-Preis 2012 ausgezeichnet.

Herrndorf konnte an der Preisverleihung am Montag nicht teilnehmen. Der studierte Maler ist an einem Hirntumor erkrankt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Jörg Baberowski in der Kategorie „Sachbuch/Essayistik“, sowie Christina Viragh für ihr Übersetzung des Buches „Parallelgeschichten“ vom ungarischen Autors Péter Nádas.