Wunder-Dresden-Wissen: Dem Geheimnis des Papiers auf der Spur

Alte Bücher stecken voller spannender Geheimnisse – das betrifft nicht nur den Inhalt – auch das Papier hat oft eine Jahrhunderte alte Geschichte zu erzählen. Dank einer Entwicklung aus Dresden ist es möglich, auch diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen – ohne das Buch dabei zu beschädigen.Vorgestellt heute in unserer Sendereihe „Wunder-Dresden-Wissen“

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Alte Bücher und Schriften sind unser kulturelles Gedächtnis – sie enthalten Informationen über unsere Geschichte, gesammelt seit vielen Hundert Jahren in Bibliotheken, undenkbar – wenn sie verloren gingen.

Eine Gefahr, die real ist – denn Papier altert – um es zu restaurieren, muss man über die Zusammensetzung und den Alterungszustand genau Bescheid wissen. Eine wegweisende Entwicklung dazu kommt aus Dresden.

Dr. Dirk Andreas Lichtblau ist Chemiker – schon seit Jahren beschäftigt er sich mit verschiedenen Techniken zur Restaurierung von alten Schriften – die traditionellen Methoden fand er schon immer unbefriedigend, da das Dokument dabei beschädigt wird. In seinem kleinen Labor in Dresden Striesen hat Dr. Lichtblau daher eine eigene Technologie entwickelt.
 
Mittels Nah-Infrarot-Spektroskopie bekommt er Einblick in die Geheimnisse eines Jahrhunderte alten Stück Papiers – hier ein Gerichtsprotokoll aus dem Jahr 1580, dem die Zerstörung durch Tintenfraß droht.  

Mit Licht wird das Papier durchleuchtet – dabei werden dessen Eigenschaften durch sogenannte Nah-Infrarot-Spektren dargestellt – vergleichbar etwa mit einem Fingerabdruck. Den vergleicht die Software des sogenannten SurveNIR-Systems mit den Daten eines umfangreichen Archivs von Referenzproben. Und das schnell und objektiv, ohne das Original zu beschädigen.

Zudem ist das Gerät klein und transportabel – kann also direkt in den Bibliotheken und Archiven eingesetzt werden, ohne die wertvollen Originale aus dem Haus zu schaffen.

Alte Bücher haben uns viel zu erzählen – hat man das Geheimnis des Papiers einmal entschlüsselt – dann kann lebendige Geschichte im Original auch noch für viele Generationen nach uns sicher erhalten bleiben.

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