XVII. Internationaler Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig beendet

Die frisch gekürten Bachpreisträger kommen aus sechs Nationen, darunter eine Deutsche.

Mit einem festlichen Preisträgerkonzert endete am Abend des 17. Juli 2010 im Großen Saal der Hochschule für Musik und Theater der XVII. Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig. Insgesamt 125 Musiker aus 33 Ländern wetteiferten in den vergangenen zehn Tagen in den Fächern Klavier, Cembalo, Violine/Barockvioline um den begehrten Titel „Bachpreisträger“. Im Fach Klavier gewann der 30-jährige Ilya Poletaev aus Kanada vor dem Russen Stepan Simonian und der ebenfalls aus Russland stammenden Ekaterina Richter. Bei den Cembalisten liegt die Russin Maria Uspenskaya vor Magdalena Malec aus Polen und Nadja Lesaulnier aus Frankreich. Der erste Preis im Fach Violine ging an den 21-jährigen Evgeny Sviridov aus Russland; Shunsuke Sato aus Japan wurde Zweiter. Als dritte Preisträgerin bei den Geigern behauptete sich Friederike Starkloff aus Deutschland.

Die Hauptpreise in allen drei Fächern sind dotiert mit 10.000 Euro für den 1. Preis, 7.500 Euro für den 2. und 5.000 Euro für den 3. Preis, wobei alle zweiten Preise von der Sparkasse Leipzig gestiftet wurden. Daneben wurden auch wieder zahlreiche Sonder- und Förderpreise vergeben: Den Sonderpreis der Commerzbank Stiftung in Höhe von 2.000 € verbunden mit einem Konzert zum Bachfest Leipzig erhält Friederike Starkloff aus Deutschland, mit 19 Jahren die jüngste Finalistin. Sergey Malov aus Russland wurde von der Christa Bach-Marschall-Stiftung mit einem Stipendium zur Teilnahme an einem Meisterkurs ausgezeichnet. Das Label GENUIN classics hat den ausgelobten Sonderpreis, eine CD-Produktion mit einem der 1. Preisträger, an Evgeny Sviridov vergeben.

Der Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig ermittelt und prämiert werden junge Spitzenkünstler aus der ganzen Welt. „Sein Profil ist einzigartig. Im Zentrum des Wettbewerbs steht das Werk eines einzigen Komponisten und dessen Interpretation“, betont Sabine Martin, seit 1996 verantwortlich für die Gesamtorganisation des Wettbewerbs und Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros des Bach-Archivs Leipzig. „Das in diesem Jahr eingeführte Semifinale mit einem schwierigen Solostück von Bach stellte eine besondere Herausforderung für die jungen Musiker dar. Unser Ziel ist es, den jungen Künstlern ein Sprungbrett zu repräsentativen Engagements in und außerhalb Europas zu bieten.“, so Martin weiter.

Alle drei Fachjurys waren mit 27 international renommierten Künstlern und Professoren hochkarätig besetzt: im Fach Klavier unter anderem Malcolm Bilson (USA), Choong-Mo Kang (SK), João Carlos Martins (BS), im Fach Cembalo Lionel Party (USA/Chile), Michael Behringer (D) und Robert Hill (D/USA) sowie James Buswell (USA), Lucy van Dael (NL) und Rainer Kussmaul (D) im Fach Violine.

Der Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig, erstmals 1950 ausgetragen, zählt zu den bedeutendsten Musikwettbewerben Deutschlands. Sein internationales Renommee dokumentiert sich durch die Mitgliedschaft im UNESCO-Verband „World Federation of International Music Competitions“. Er steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen. Seit 1992 wird der Bach-Wettbewerb vom Bach-Archiv Leipzig veranstaltet und findet wahlweise in den Fächern Klavier, Cembalo, Orgel, Violine, Violoncello und Gesang statt.

Der nächste Bach-Wettbewerb findet im Juli 2012 in den Fächern Orgel, Gesang und Cello/Barockcello statt. In Vorbereitung auf den Wettbewerb wird im November 2011 für diese Fächer wieder ein Meisterkurs zur Aufführungspraxis der Werke Johann Sebastian Bachs angeboten.