Zahlreiche Zugausfälle durch erneuten Lokführerstreik

Leipzig/Halle (dapd-lsc). Die erneuten Streiks der Lokführer haben am Donnerstagmorgen auch in Sachsen zu zahlreichen Zugausfällen bei den Privatbahnen geführt.

Nach Angaben der Gewerkschaft GDL fielen bei der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) in der Region Leipzig bis zu 70 Prozent der Züge aus. 25 Mitarbeiter hätten sich an dem Ausstand beteiligt, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Donnerstag in Halle auf dapd-Anfrage. Bei der Vogtlandbahn fielen am Morgen laut Gewerkschaft 80 Prozent des regulären Zugverkehrs aus.

Kaum zu spüren war der Streik bei der Ostdeutschen Eisenbahn in der Lausitz, dort ist die GDL nach eigenen Worten bislang nicht so stark organisiert. Die Unternehmen setzten zum Teil Busse ein, um den Verkehr zumindest teilweise aufrecht zu erhalten. Es würden aber auch Verwaltungsmitarbeiter und Führungspersonal auf den Lokomotiven eingesetzt, kritisierte die GDL.

Die Streiks hatten bundesweit um 2.00 Uhr in der Nacht zu Donnerstag begonnen und sollen bis Samstag, 2.00 Uhr fortgesetzt werden. Betroffen sind die Verkehrsunternehmen Abellio, Arriva, Benex, Hessische Landesbahn und Veolia. Ausgenommen ist Keolis, mit der die GDL seit Montag verhandelt.

Die Arbeitgeber verweigerten trotz der insgesamt 71-stündigen Arbeitskämpfe der Lokführer im März und April „nach wie vor jegliches Angebot zu inhaltsgleichen Rahmentarifverträgen für Lokomotivführer und deren Verknüpfung mit den jeweiligen Haustarifverträgen“, begründete GDL-Chef Claus Weselsky die neue Aktion.

Die Gewerkschaft fordert einen Rahmentarifvertrag mit einem einheitlichen Monatstabellenentgelt auf Niveau des Marktführers Deutsche Bahn. Dieser Standard sei bei jeder Ausschreibung zugrunde zu legen. Bisher bestehende Tarifverträge sollen durch Verknüpfung des Haustarifvertrags stufenweise an dieses Niveau herangeführt werden.

dapd