Zehn Jahre Neue Synagoge in Chemnitz

In der so genannten „Reichskristallnacht“, vom 9. auf den 10. November 1938, wurde die alte Chemnitzer Synagoge am Stephanplatz in Brand gesteckt und zerstört.

Nachdem nach der deutschen Wiedervereinigung auch das jüdische Leben wieder in Chemnitz aufblühte, wurde ein neues Gotteshaus benötigt. Vor genau 10 Jahren nun wurde die neue Chemnitzer Synagoge feierlich eingeweiht.

Das moderne Gebäude an der Stollberger Straße 28 ist Dreh- und Angelpunkt des jüdischen Lebens in Chemnitz. Hier befinden sich das jüdische Gemeindezentrum und die Synagoge, das Gotteshaus, unter einem Dach.

Vor genau 10 Jahren, am 24. Mai 2002, wurde das Haus im Beisein von viel Prominenz feierlich eingeweiht. Mittlerweile ist die jüdische Gemeinde in Chemnitz auf rund 600 Mitglieder angewachsen, Tendenz steigend.

Viele Gemeindemitglieder haben ihre Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion. Mit dem Bau der neuen Synagoge entstand auch ein Stück neue Heimat – und ein Ort der Integration.

Interview: Dr. Ruth Röcher – Gemeindevorsitzende

Neben der Synagoge als religiöser Ort, bietet das Haus auch genug Raum für Freizeitaktivitäten. So gibt es zahlreiche Vereine und einen jüdischen Chor. Auch Nichtjuden steht das Haus offen.
So bietet die Gemeinde Führungen zur jüdischen Kultur und Religion an.

Interview: Dr. Ruth Röcher – Gemeindevorsitzende

Doch die Freude wird von den immer noch nicht behobenen Baumängel am Gebäude überschattet. Vom modernen Glasdach läuft das Regenwasser nicht richtig ab, mit der Folge, dass aus undichten Stellen Wasser eindringt.

Die Schäden am Fußboden sind nicht zu übersehen. Seit nunmehr sieben Jahren läuft der Prozess um Fehler bei der Planung und Bauausführung bereits – eine große Belastung für die Gemeinde.

Interview: Dr. Ruth Röcher – Gemeindevorsitzende

Das 10jährige Bestehen der Neuen Synagoge wird am Donnerstagabend mit einer Festveranstaltung gefeiert. Neben Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig werden auch zahlreiche Landespolitiker und Chemnitzer Bürger erwartet.