Zeitzeugen zur Geschichtsstunde

Penig: Karol Gdanietz berichtete vor Schülern des Freien Gymnasiums Penig von der schrecklichen Zeit im KZ Sachsenhausen

Penig (UW). Schüler der Klassen 10 des Freien Gymnasium Penig wurden mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte konfrontiert – der Zeit des Nationalsozialismus. Karol Gdanietz berichtete von seiner Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenhausen. Er war im Jugendblock und erlebte die Schreckenstaten als Jugendlicher mit.
„Eine Flucht war unmöglich“, sagte er. „Nur einer ist entkommen. Alle anderen wurden gefasst und dann gehenkt. Um das ganze Lager herum war Stacheldraht, Stromdraht und eine Mauer sowie alle 50 Meter Wachtürme mit Maschinengewehren.“ Laut Gdanietz hieß es immer, der einzige Weg, aus dem Lager herauszukommen, sei durch die „Esse“, womit die Verbrennungsöfen gemeint waren.
Schikanen gab es jeden Tag. Strafexerzieren, Folter, schwere körperliche Arbeit und Repressalien zermürbten die Häftlinge. Nur während der Arbeit war man etwas sicher. Gdanietz arbeitete in der Tischlerei des Lagers. „Wer nicht mehr konnte, wurde ermordet“, sagte er.
Ähnlich war es als die Evakuierung am 21. April 1945 durchgeführt wurde. Kolonnenweise wurde marschiert. Wer nicht mithalten konnte, wurde erschossen. „Es war ein Todesmarsch“, so Karol Gdanietz. Essen gab es kaum auf dem Marsch. Karol Gdanietz erinnerte sich, dass die Häftlinge Baumrinde abgerissen und gekaut haben, um etwas im Bauch zu haben. „Es war schrecklich“, sagte er.
Parallel zum Unterricht gab es die öffentliche und Ausstellung „Auschwitz: Nie wieder! Erinnern statt Vergessen“ des Bornaer Vereins Bon Courage e. V. i. G. in der Aula des Freien Gymnasiums Penig zu besuchen. Die Ausstellung kann bis 30 November montags bis freitags von 7 Uhr bis 16 Uhr besichtigt werden. Um eine telefonische Voranmeldung unter der Nummer 037381/95680 wird gebeten.