Zeitzeugenberichte zum 13. Februar 1945 im Dresdner Stadtarchiv

Über 200 Zeitzeugenberichte zum 13. Februar 1945 sind dem Dresdner Stadtarchiv übergeben worden. So erhalten Historikern neue Einblicke über die schicksalshaften Stunden der Stadt Dresden aus Sicht ihrer Bewohner. +++

Über 200 Zeitzeugenberichte zum 13. Februar 1945 geben Historikern jetzt neue Einblicke über die schicksalshaften Stunden der Stadt Dresden aus Sicht ihrer Bewohner.

Das Stadtarchiv hat sie am Mittwoch gemeinsam mit diesem Plakat erhalten.

Interview mit Ralf Lunau, Dresdner Kulturbürgermeister

Nach einem Aufruf im vergangenen Dezember hatte die Stadt persönliche Erinnerungen und Schicksalsbeschreibungen gesammelt. Sie werden im Stadtarchiv ausgewertet und digitalisiert und sollen den Dresdnern zukünftig nicht vorenthalten werden.

Interview mit Thomas Kübler, Leiter Dresdner Stadtarchiv

Etwa 300.000 Blatt umfasst allein das Zeitzeugenarchiv 1945. Zu den historischen Dokumenten zählen auch Interviews, die sich Besucher anhören können.

Pressemitteilung: Stadtarchiv Dresden

Ihre Erinnerung ist unsere Verpflichtung

 

Über 200 Zeitzeugenberichte zum 13. Februar 1945 an das Dresdner Stadtarchiv übergeben

 

 

 

Heute, 25. März 2015, erhielt Bürgermeister Dr. Ralf Lunau im Beisein des Leiters des Dresdner Stadtarchivs Thomas Kübler über 235 Zeitzeugenberichte zum 13. Februar 1945, darunter Fotos und Tagebücher. Ein Zeitzeuge, der heute in Louisiana lebt, hat extra ein Poster zum Thema angefertigt. Die zahlreichen Briefe, manche von Hand geschrieben, andere per Computer oder E-Mail, berichten aus ganz persönlicher Sicht von Erlebnissen und Familienschicksalen am 13. Februar 1945 und den Tagen danach. Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen waren einem Aufruf der Stadt im Dezember 2014 gefolgt und haben ihre Erinnerungen an den 13. Februar 1945 aufgeschrieben. Gemeinsam mit ihren Angehörigen konnten sie daraufhin Gast der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des 13. Februar in der Dresdner Frauenkirche sein. Über 500 dieser Zeitzeugen waren bei der Veranstaltung dabei: Ehepaare, Geschwister, Eltern mit ihren Kindern, Großeltern mit ihren Enkeln, Freunde und Nachbarn. Ihre Anwesenheit gab dieser Gedenkveranstaltung einen würdigen Rahmen.

 

 

 

Die Zeitzeugenberichte werden nun im Stadtarchiv ausgewertet und digitalisiert. Sie stehen anschließend für weitere Projekte zur Verfügung.

 

Aktuell wird im Stadtarchiv Dresden für Mai 2015 eine Ausstellung zur Geschichte der Frauenkirche vorbereitet. Diese Ausstellung verbindet zeitgenössische Kunst, des Malers Iven Zwanzig, mit historischen Dokumenten aus dem Stadtarchiv Dresden. Zu den historischen Dokumenten zählen auch Zeitzeugeninterviews zum 13. Februar 1945, die sich die Besucher anhören können.

 

 

 

Das Zeitzeugenarchiv Dresden gibt es seit April 2004. Es bewahrt und erschließt Erfahrungen und Erlebnisse von Menschen, deren Biografie einen Bezug zur Stadt Dresden hat. Es bildet eine zusätzliche Quelle zu den Akten. Neben subjektiven Erinnerungen in Interviews werden Materialien von Zeitzeugen zusammengetragen: schriftliche Berichte, persönliche Dokumente und Fotografien. Je nach Fragestellung können alle Dokumente für Historiker oder für die Forschung von Interesse sein. Der Aufbau des Zeitzeugenarchivs basiert auf einem Beschluss des Stadtrates vom 8. Mai 2003. Es soll insbesondere die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch Aussagen noch lebender Zeitzeugen dokumentieren. Da die Auswirkungen der NS-Diktatur, des Zweiten Weltkrieges und der Zerstörung Dresdens im Luftkrieg in allen Lebensbereichen spürbaren Einfluss nahmen, wurde die thematische Fokussierung des Stadtratsbeschlusses auf den Zeitraum 1933 bis 1945 erweitert. Im Jahre 2009 wurde vom Stadtarchiv Dresden ein weiteres Zeitzeugenprojekt zum Thema „Die friedliche Revolution in Dresden 1989/90″ initiiert. Das jetzt vorliegende Zeitzeugenarchiv umfasst Erlebnisberichte, Tagebücher, Briefe, Audio- sowie Foto- und Filmaufnahmen, insgesamt etwa 17,20 laufende Meter Archivmaterial, darunter rund 5000 Fotos sowie mehrere hundert Tonaufnahmen und digitale Medien.

 

 

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar