Zensus 2011: Ein Staat macht Inventur

Wie viele Menschen leben wirklich in Deutschland, und wie setzt sich die Gesellschaft genau zusammen?

Das und einiges mehr soll eine Volkszählung 2011 in Erfahrung bringen. Angeordnet wurde die Volkszählung von der Europäischen Union (EU) in 27 Ländern des Staatenverbundes. Die Verordnung des Europäischen Parlaments schreibt den Mitgliedstaaten der EU ab 2011 im Zehnjahresrhythmus einen solchen Zensus vor. Stichtag der aktuellen Zählung ist der 9. Mai 2011.

Wozu dient die Zählung?
Die Ergebnisse sind unerlässliche Grundlage für viele Entscheidungen und Planungsprozesse in Bund, Ländern und Gemeinden, aber auch in der Wirtschaft und der Wissenschaft. Die derzeitigen Bevölkerungszahlen basieren zum Beispiel noch auf statistischen Fortschreibungen der Ergebnisse der letzten Volkszählungen, die in der DDR zuletzt 1981 und in den alten Bundesländern 1987 stattfanden. Sie sind deshalb wenig genau.

Neues Verfahren – Nur ein Drittel der Gesamtbevölkerung muss Auskunft geben
Für den Zensus 2011 finden zwei Erhebungen statt: eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ), bei der alle Eigentümer von Wohngebäuden bzw. Wohnungen befragt werden. In Deutschland werden so voraussichtlich 17,5 Millionen Eigentümer erfasst. Zum anderen werden private Haushalte sowie Bewohner von Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften (Studentenwohnheime, Altenheime u. a.) befragt. Um die Kosten wie auch die Belastung für Bürger so gering wie möglich zu halten, wird nur ein Teil aller privaten Haushalte befragt (Stichprobe). Insgesamt sind das in Deutschland immerhin noch etwa 7,9 Millionen Personen. Bei der Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften werden alle Bewohner einbezogen. Für jeden Bürger, der einen Zensus-Fragebogen erhält, besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht.

Gebäude- und Wohnraumzählung (GWZ) – Vorbefragung notwendig
Um sicher zu gehen, dass mit Beginn der Befragungen am 9. Mai 2011 auch alle Wohn- und Gebäudeanschriften korrekt vorliegen, werden seit November 2011 von den Landesämtern für Statistik Vorbefragungsbögen an Eigentümer sowie an Verwaltungen von Wohnungen und Häusern verschickt. Auch hierzu besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht.

Inhalt der Haushaltebefragung – Ein „behutsames Minimum“
An der Befragung der privaten Haushalte werden in Sachsen etwa 370.000 Bürger teilnehmen. In Chemnitz erhalten zirka 7.000 Einwohner einen solchen Fragebogen. Um die Belastung der Bürger auf ein Minimum zu reduzieren, hat sich der Gesetzgeber in Deutschland bis auf einen Themenkomplex dafür entschieden, bei der Befragung der privaten Haushalte nur die wirklich notwendigen und EU-weit vorgegebenen Fragen aufzunehmen. Gegenstand sind so zum Beispiel persönliche Daten wie Name, Alter, Familienstand und Wohnsitz, aber auch Fragen zur schulischen Ausbildung, beruflichen Qualifikation und Erwerbstätigkeit. Daneben gibt es Fragen, die sich auf die religiöse Zugehörigkeit und ein etwaiges religiöses Glaubensbekenntnis beziehen. Zu Letzterem sind die Angaben freiwillig. Anders als in anderen EU-Staaten hat Deutschland einige zusätzliche Fragen zur kulturellen Herkunft und zu einem etwaigen Migrationshintergrund aufgenommen.
An der Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften werden in Chemnitz etwa 5.700 Personen teilnehmen. Hier wurde der Fragebogen nochmals gekürzt und enthält nur noch wenige Fragen wie zum Beispiel zum Namen, Alter, Familienstand und Wohnsitz, zum Geburtsort und zur Staatsbürgerschaft.

Datenschutz – Höchstes Gebot
Für die Durchführung des Zensus 2011 sind strenge gesetzliche Richtlinien vorgegeben, die gewährleisten, dass die Befragungsdaten nur den Erhebungszwecken des Zensus dienen. Hierzu gehört zum Beispiel, dass die örtlichen Erhebungsstellen gegenüber den Stadt- oder Gemeindeverwaltungen räumlich und organisatorisch abgetrennt sind, aber auch, dass die ausgefüllten Fragebögen von speziellen Kurierdiensten zu den jeweiligen Statistischen Landesämtern befördert werden.

Interviewerinnen und Interviewer für die Befragungen in Chemnitz gesucht
Sachsen ist für die Durchführung des Zensus 2011 in 39 Erhebungsgebiete untergliedert, für die jeweils eine örtliche Erhebungsstelle eingerichtet wurde. Auch in Chemnitz wurde eine solche eingerichtet, die seit November 2010 von dem Soziologen Peter Bischoff geleitet wird.

Für die Befragung der privaten Haushalte werden in Chemnitz etwa 150 Interviewerinnen und Interviewer als Erhebungsbeauftragte gesucht. Wer sich für eine solche Tätigkeit interessiert, kann sich bei der örtlichen Erhebungsstelle der Stadt Chemnitz bewerben. Mit den Ausgewählten wird ein Werkvertrag geschlossen und eine spezielle Schulung durchgeführt. Die Interviewer erhalten eine Grundvergütung pro ausgefüllten Fragebogen sowie eine pauschalierte Aufwandsentschädigung. Die Tätigkeit wird sich auf die Monate Mai bis August 2011 konzentrieren.

Voraussetzungen für die Tätigkeit als Interviewerin/ Interviewer sind:
– Vollendetes 18. Lebensjahr
– Deutsche Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines Mitgliedstaates der EU
– Zuverlässigkeit, Verschwiegenheit und seriöses Auftreten
– Sichere Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift
– Zeitliche Flexibilität (z.B. auch in den Nachmittags- und frühen Abendstunden)
– Möglichst schon Erfahrungen in der Tätigkeit als Interviewerin bzw. Interviewer

Wie und wo können sich Interessenten bewerben?
Interessenten können sich in der Zeit vom 12.01.2011 bis 15.02.2011 bei der örtlichen Erhebungsstelle des Zensus 2011 der Stadt Chemnitz schriftlich, per Fax, per E-Mail oder über das Online-Formular auf der Internetseite der Stadt Chemnitz bewerben.

Postanschrift:
ZENSUS 2011, Örtliche Erhebungsstelle der Stadt Chemnitz, PF 12 22, 09071 Chemnitz

Fax: 0371 488-1897; E-Mail: zensus2011_chemnitz@statistik.sachsen.de

Bewerbungsformular: http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/aktuelles/aktuellethemen/zensus/aktuellethemen_zensus2011_interviewer.asp

Interessenten, die sich schriftlich, per Fax oder per E-Mail bewerben möchten, können das Formular verwenden, auf dem die für eine Bewerbung erforderlichen Angaben aufgeführt sind.

Wo gibt es Antworten auf weitere Fragen zum Zensus?
Das Statistische Bundesamt hat eine Informationsplattform unter www.zensus2011.de frei geschaltet. Mit wenigen Klicks können sich Bürgerinnen und Bürger ein Bild machen, wie der Zensus funktioniert, warum er durchgeführt – und ganz wichtig – wer eigentlich wie, warum und wann befragt wird. Hier sind auch „Muster“ der Fragebögen zu sehen, wie sie beim Zensus 2011 ab dem Stichtag 9. Mai 2011 zum Einsatz kommen.

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