Zentralhaltestelle Kesselsdorfer in Dresden jetzt endlich bauen

Aus Sicht der Fraktion Die Grünen war die Einwohnerversammlung zur geplanten Zentralhaltestelle an der Kesselsdorfer Straße aufschlussreich und hat die Notwendigkeit eines schnellen Handelns unterstrichen. +++

In den Wortmeldungen der Stadtverwaltung, der Einwohner, der Experten der TU Dresden und der Dresdner Verkehrsbetriebe kam immer wieder zum Ausdruck, dass die Variante 1 (ohne Kfz-Verkehr im Haltestellenbereich) die favorisierte Lösung wäre. Diese Variante wurde bereits 2008 von der Verwaltung vorgeschlagen, sie ist in allen relevanten Plänen (Verkehrskonzept 2004, Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, INSEK) auch von der CDU und FDP-Fraktion so beschlossen worden. 

Es ist für die Fraktion völlig unverständlich, warum die Vorzugsvariante 1 nicht endlich umgesetzt wird, sondern stattdessen Geld und Zeit für weitere Planungen vergeudet werden. „Es ist zynisch, wenn Bürgermeister Marx die dauernden Zeitverzögerungen im Planungsprozess als ein ´Zeichen lebendiger Demokratie´ darstellt“, so Margit Haase, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion. „Aus unserer Sicht ist das eher ein Zeichen für Machtmissbrauch.“

Entgegen des Ratschlages der einbezogenen Experten und entgegen getroffener Beschlüsse wird immer neu nach Möglichkeiten gesucht, den Kfz-Verkehr doch durch die hochfrequentierte Haltestelle (50 Abfahrten pro Richtung in der Stunde) zu leiten. Neueste Kreation dieser Suche ist die Variante 13. Selbst Nicht-Verkehrsfachleute erkannten in der Bürgerversammlung auf den ersten Blick, dass sie sowohl verkehrsplanerisch als auch städtebaulich sinn- und wertlos ist. Margit Haase:  „Die Fußgänger müssten beim Queren der Straße weiterhin durch den Kfz-Verkehr Slalom laufen. Die Radfahrer und Fußgänger würden sich auf den knappen Flächen vor den Geschäften durch wartende Fahrgäste drängeln. Der offiziell vorgesehene Radfahrbereich wäre mit einer Breite von 1,25 m eingezwängt zwischen Straßenbahn und Kfz-Verkehr und nur mit zweimaligen spitzwinkligen, d. h. gefährlichen Kreuzen der Straßenbahngleise erreichbar. Auch für den Kfz-Verkehr wäre der Bereich weiterhin ein Alptraum. Aufgrund der Verschwenkung der Straßenbahnen aus der Mittellage in die Seitenlage erfordert die Variante 13 eine Kaskade von Ampelanlagen. Sieben Ampeln in Richtung Westen und neun Ampeln in Richtung Stadt auf 600 m bedeuten für den Kfz-Verkehr enorme Zeitverluste und Stress pur. .Es ist absehbar, dass Kfz-Fahrer dann lieber durch die Wohngebiete fahren werden.“

Haase betont weiter: „Allein Variante 1 ermöglicht auch die Herausbildung eines Ortsteilzentrums für Löbtau mit entsprechender Aufenthaltsqualität.“ 

Im Übrigen ist es nach Auffassung der GRÜNEN merkwürdig, dass die Variante 13 der CDU-Fraktion bereits  im Winter, den anderen Fraktionen bis heute nicht vorgestellt wurde. 

Pro Jahr sind derzeit im Bereich zwischen Bünaustraße und Tharandter Straße 25 Unfälle mit Verletzten zu beklagen. Die Bevölkerung bezahlt hier einen hohen „Blut- und Knochenzoll“ für die Verzögerungspolitik. In der Abwägung zwischen Reisezeitverlusten im Sekundenbereich für Autofahrer und der Verkehrssicherheit plädiert die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen eindeutig pro Verkehrssicherheit. „Jeder Unfall ist einer zuviel. Wir wollen nicht auf den nächsten Toten warten, “ so Margit Haase. 

Unbedingt notwendig bei der Umsetzung einer autofreien Zentralhaltestelle ist schließlich die verkehrsberuhigte Gestaltung der angrenzenden Wohngebiete und Verkehrssicherheitsmaßnahmen an der Wernerstraße, um die Auswirkungen von Verlagerungen zu minimieren.

Quelle: Pressestelle Bündnis 90/Die Grünen

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