Zertifikat erhalten – Elf neue Familiengesundheitspaten

Dresden – Im Rahmen des Projekts der Familiengesundheitspaten haben am Dienstag elf neue Patinnen ihr Ausbildungszertifikat entgegen genommen. Überreicht wurden diese im Universitätsklinikum Dresden durch die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch. Die Paten unterstützen Dresdner Familien in der Förderung der gesundheitlichen Entwicklung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren.

Das Projekt der Familiengesundheitspaten, das vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz sowie der Carus Consilium Sachsen GmbH getragen wird, wächst aufgrund hoher Nachfrage stetig weiter: Am Dienstag, dem 21. November, nahmen elf neue Patinnen ihre Ausbildungszertifikate von Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, entgegen. Damit unterstützen in Dresden erstmals seit der Projekt-Gründung vor sechs Jahren 36 ehrenamtliche Paten junge Eltern in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes als Ansprechpartner und Ratgeber. Die Übergabe der Ausbildungszertifikate fand im Rahmen des jährlichen Netzwerktreffens der Familiengesundheitspaten statt, das sich in diesem Jahr vor allem mit dem Thema „Möglichkeiten und Grenzen des Ehrenamtes“ auseinandersetzte. Bei einem Fachvortrag und anschließender Podiumsdiskussion erörterten Fachleute und Ehrenämtler, inwiefern ehrenamtlich Engagierte die Arbeit hauptamtlicher Helfer unterstützen können und wo ihre Grenzen liegen.

„Unsere ehrenamtlichen Familiengesundheitspaten unterstützen Familien auf ihrem gemeinsamen Weg. Mit dem Projekt fördern wir die gesundheitlich-soziale Entwicklung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren. Zugleich werden auch Netzwerke zu bestehenden Angeboten für Schwangere, Familien und Alleinerziehende gebildet. Und unsere guten Erfahrungen zeigen: oft entstehen aus den Patenschaften auch neue Freundschaften, die über die Zeit der Patenschaft hinausgehe“, erklärt Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz. Auf der jährlichen Netzwerk-veranstaltung der Familienpaten mit Partnern aus der Region überreichte die Ministerin am Dienstag, dem 21. November, insgesamt elf neuen Patinnen die Abschlusszertifikate für ausgebildete Familiengesundheitspaten. Marlene Witteck ist eine von den elf ausgebildeten Familiengesundheitspatinnen, die heute in Dresden ihr Zertifikat erhalten hat. „Mein primärer Beweggrund war etwas weiterzugeben, an Menschen die in veränderten Lebenssituationen eine Stütze brauchen. Ich genieße seit letztem Jahr, zum ersten Mal, meine Mutterfreuden und weiß wie holprig die erste Zeit mit einem Kind sein kann. Ich hatte viele helfende Hände. Aus diesem Grund habe ich mich für das Ehrenamt als Familiengesundheitspatin entschieden“, so die 32-jährige.

Mit den Zertifikaten in der Hand freuen sich die Ehrenamtlichen nun auf Ihren Einsatz in einer Familie mit Kindern im Alter bis drei Jahren. „Wir sind sehr dankbar, dass wir für dieses ehrenamtliche Engagement wieder so viele Dresdnerinnen gewinnen konnten. In einer Ausbildung durch Experten des Universitätsklinikums Dresden und weiterer Kooperationspartner haben die elf neuen Familiengesundheitspaten wichtige Kenntnisse rund um die kindliche Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren erhalten. Dabei geht es um Einblicke, wie beispielsweise Unfallverhütung, Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen, die Erste-Hilfe-am-Kleinkind und die Ernährung von Kindern. Die Paten sind nun fit, um eine Patenschaft für eine junge Dresdner Familie zu übernehmen“, so Dr. Olaf Müller, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH, die den Einsatz der Ehrenamtlichen koordiniert.

Das Netzwerktreffen der Familiengesundheitspaten fand in diesem Jahr unter dem Titel „Möglichkeiten und Grenzen des Ehrenamtes“ im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden statt. Pädiatrische Fachleute, ehrenamtliche Helfer und Vertreter des Jugendamtes diskutierten dabei die Frage: „Wie können ehrenamtlich Engagierte die Arbeit hauptamtlich Helfender unterstützen und wo liegen die Grenzen der Ehrenamtlichkeit?“ Seit über sechs Jahren begleiten ehrenamtliche Patinnen Dresdner Familien in den ersten drei Lebensjahren des Kindes. Die Familiengesundheitspaten zeichnen sich vor allem durch eine gute Mischung fundierter Ausbildung, persönlicher Erfahrung sowie kontinuierlicher fachlicher Begleitung einerseits und einem partnerschaftlichen Arbeiten mit etablierten professionellen Strukturen andererseits aus. Damit sind die Familiengesundheitspaten eine hervorragende und bewährte Ergänzung, zu den im Raum Dresden bestehenden professionellen Unterstützungsleistungen für Eltern. Das zeigt auch die unverändert hohe Nachfrage nach dem Betreuungsangebot: Insgesamt werden 40 Familien von den ehrenamtlichen Paten betreut.

Um die gesundheitliche und soziale Entwicklung von Kleinkindern zu fördern, werden ehrenamtliches Engagement und junge Familien zusammengebracht. Der Familienpate nimmt dabei die Rolle des Zuhörers, Ansprechpartners und Lotsen der Familie ein. „Ich bin froh, in meiner Patin eine zusätzliche Bezugsperson für mein Kind gefunden zu haben“, erzählt eine junge Mutter aus dem Projekt. Sie hat bereits während der Schwangerschaft Kontakt zu ihrer Patin aufgenommen und trifft sie seitdem regelmäßig alle vier Wochen, um die Entwicklung des Kindes und aktuelle Themen zu besprechen. Die Begleitung ist für Familien freiwillig und kostenfrei. Aufgrund der großen Resonanz wurde das Projekt im März 2017 auch im Raum Görlitz etabliert. Derzeit engagieren sich dort 16 Paten für junge Familien.

Familien können sich unter www.familiengesundheitspaten.de über das Angebot der Familiengesundheitspaten informieren oder sich bei Bedarf eines Unterstützungsangebots direkt an die Projektkoordinatorin Susanne Eggert (Tel. 0351-458-3814) wenden.