Zeugnisübergabe – Diese Notfallsanitäter sind die ersten ihrer Art

Dresden - Das Städtische Klinikum Dresden bietet seit diesem Jahr Aufbaulehrgänge für Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter an. Zehn Absolventen haben den ersten Kurs abgeschlossen: Sie erwarben die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst.

Ausgebildete Rettungsassistenten können seit Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes im Jahr 2014 eine Weiterbildung zum Notfallsanitäter machen. Rettungsassistenten, die bereits mehr als fünf Jahre im Beruf stehen, müssen lediglich eine Ergänzungsprüfung ablegen, um als Notfallsanitäter aktiv sein zu können. Um bestmöglich auf dieses Examen vorbereitet zu sein, empfiehlt sich ein 80 Unterrichtsstunden umfassender Ergänzungskurs.Diesen, überwiegend praxisorientierten, Lehrgang bietet das Städtische Klinikum in Kooperation mit dem Brand- und Katastrophenschutzamt und der Medizinischen Berufsfachschule.

© Feuerwehr Dresden

„Dieses Ausbildungsformat erweitert die rettungsmedizinische Bildungslandschaft in Mittelsachsen maßgeblich“, unterstreicht Dr. Andreas Nowak, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.

Wählt ein Bürger oder eine Bürgerin die 112 und benötigt medizinische Hilfe, wird der Rettungsdienst geschickt. Hier kommen Notfallsanitäter (m/w) zum Einsatz. Sie versorgen eigenverantwortlich lebensbedrohlich Verletzte oder erkrankte Patienten bis zum Eintreffen des Notarztes. Sie übernehmen in dieser Zeit auch invasive Maßnahmen wie das legen von venösen Zugängen und das Verabreichen von Medikamenten – dies unterscheidet ihre Kompetenz vom Rettungsassistenten. Nach Eintreffen des Notarztes assistieren sie dem Notarzt. Nach der Hilfe vor Ort begleiten sie Patienten in ein Krankenhaus.

Am 1. Januar 2014 ist das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) in Kraft getreten und hat damit das seit 1989 bestehende Rettungsassistentengesetz (RettAssG) abgelöst. Mit diesem wird die Ausbildung im Rettungsdienst neu strukturiert und mit der Qualifikation des Notfallsanitäter (m/w) aufgewertet. Damit die hierfür geforderten Kompetenzen erworben werden können, wird einerseits die Ausbildungszeit angehoben. Der Rettungsassistent (m/w) wurde bisher in einem Jahr Schule und einem Jahr praktischer Ausbildung qualifiziert. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist nun 3-jährig und dual. Neben der Vollausbildung können sich Rettungsassistenten mit mehrjähriger Berufserfahrung durch Ergänzungslehrgänge ebenfalls zum Notfallsanitäter qualifizieren:

  • 960h Ergänzungslehrgang inkl. Ergänzungsprüfung für Rettungsassistenten/-innen mit einer Berufserfahrung von weniger als 3 Jahren
  • 80h Ergänzungslehrgang inkl. Ergänzungsprüfung für Rettungsassistenten/-innen mit einer Berufserfahrung von mehr als 3 und weniger als 5 Jahren
  • 80h Vorbereitungslehrgang inkl. Ergänzungsprüfung für Rettungsassistenten/-innen mit einer Berufserfahrung von mehr als 5 Jahren
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