Zoll verhängt 2021 hohe Geldstrafen für Trickser-Arbeitgeber

Dresden - Der Dresdner Zoll hat in der ersten Hälfte vergangenen Jahres 928 Arbeitgeber kontrolliert. Im Fokus der Kontrollen standen dabei illegale Beschäftigung, Sozialbetrug und Verstöße gegen geltende Mindestlöhne.

Stadt in der Stadt, Haus Steinstraße e.V., © Sachsen Fernsehen

Das Hauptzollamt Dresden hat 928 regionale Arbeitgeber im ersten Halbjahr 2021 kontrolliert. Im Fokus der Kontrollen standen dabei illegale Beschäftigung, Sozialbetrug und Verstöße gegen geltende Mindestlöhne.  Allein 441 Baufirmen bekamen Besuch von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls. So teilte es die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit.

Offenbar hatten es die Dresdner Zöllner häufig mit Lohn-Tricksereien zu tun. In der ersten Hälfte vergangen Jahres leiteten sie in der gesamten Region 264 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. Zum Beispiel weil Mindestlöhne unterschritten, gar nicht oder zu spät gezahlt wurden. Hierbei wurden Bußgelder in Höhe von rund 267.000 Euro verhängt – davon 119.000 Euro gegen Bauunternehmen.

„Die Zahlen zeigen, dass es viele Firmen mit der Bezahlung ihrer Beschäftigten nicht so genau nehmen. Sowohl bei den speziellen Branchenmindestlöhnen wie auf dem Bau als auch beim gesetzlichen Mindestlohn“, kritisiert Jörg Borowski, Bezirksvorsitzender der IG BAU Dresden. Der Gewerkschafter begrüßt die Pläne der Ampel-Koalition in Berlin, das gesetzliche Lohn-Minimum auf 12 Euro pro Stunde anzuheben.

Allerdings müsse der Staat sicherstellen, dass sich die Firmen auch an die Vorschriften hielten – und für einen „höheren Kontroll-Druck“ sorgen. Das gelinge jedoch nur, wenn die FKS beim Hauptzollamt Dresden personell erheblich aufgestockt werde. „Perspektivisch brauchen wir eine staatliche Arbeitsinspektion, die als übergeordnete Behörde die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte und Sozialvorschriften sicherstellt“, fordert Borowski.

Quelle: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt