Zoo Leipzig: Wildpferde abgegeben

Dienstag wurden vier Przewalskipferd-Stuten aus dem Zoo Leipzig in das Wildpferdgehege Liebenthal in der Schorfheide bei Berlin abgegeben, wo sie mit weiteren fünf Stuten unter Freilandbedingungen leben und an einem wissenschaftlichen Programm des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) teilnehmen.

Bei den Stuten handelt es sich um die im Zoo Leipzig geborene Valeika (geb. 2003),
Rabea (geb. 2009) und Vivaen (geb. 2009). Viola, 1996 im Zoo Berlin geboren und seit
2001 in Leipzig, ergänzt die Gruppe mit Forschungsauftrag, so der Zoo Leipzig.

Bereits seit Gründung des Wildpferdgeheges Liebenthal im Jahr 1992 erforschen
Wissenschaftler des IZW das Verhalten der Przewalskipferde. Der Transport und die Eingewöhnung der Leipziger Stuten werden durch Dr. Anne Berger (IZW) und eine Studentin der Universität Halle begleitet. Das Programm beinhaltet Rangordnungsbeobachtungen und Messungen der Stresshormon-Konzentrationen im Kot sowie die Dokumentation des Aktivitätsverhaltens. Zur Ermittlung der Daten tragen die Tiere Halsbänder.

Im Wildpferdgehege Liebenthal leben seit heute neun Wildpferdstuten. Im Mai folgt aus
dem Zoo Leipzig noch der zu diesem Zeitpunkt sterilisierte Przewalskipferd-Hengst
Hank, der die Herde anführen soll. Die Tiere werden ganzjährig ohne Zufütterung
zusammen mit Damwild und Mufflons auf einer Fläche von zirka 30 Hektar gehalten. Es
findet keine Zucht statt, denn die Aufgabe des Geheges ist es, Stuten aus
verschiedenen Zoos, die für die Zucht nicht benötigt werden, aufzunehmen und an
Freilandbedingungen zu gewöhnen, um sie später möglicherweise an Auswilderungs-
projekte abzugeben.

Die Eingewöhnung der neuen Pferde in die bestehende Herde wird einige Tage dauern.
Die Tiere werden jedoch bereits ab kommenden Samstag für interessierte Besucher des Wildpferdgeheges zu sehen sein.