Zu wenig geeignete Bewerber – Lehrerstellen bleiben unbesetzt

Dresden - Nicht alle freien Lehrerstellen in Sachsen konnten zum zweiten Schulhalbjahr 2017/2018 besetzt werden. Der Anteil der Seiteneinsteiger an den Einstellungen hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum erheblich erhöht. Das sei ein ernüchterndes Ergebnis der Februareinstellungen im Freistaat, so der Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Auf der einen Seite gab es generell zu wenig Bewerbungen, andererseits waren Bewerber zu schlecht qualifiziert, erläutert ein Sprecher des Kultusministeriums gegenüber SACHSEN FERNSEHEN. 660 freie Stellen sollten besetzt werden, davon 217 an Grundschulen, 208 an Oberschulen, 92 an Gymnasien und 83 an Förderschulen. Darüber hinaus wurden für 60 Stellen Lehrer für berufsbildende Schulen gesucht. Nach einer vorläufigen Auswertung hatten sich insgesamt rund 2.100 Menschen beworben, darunter lediglich 323 grundständig ausgebildete Lehrer. Doch nicht alle ausgebildeten Lehrkräfte hielten ihre Bewerbung aufrecht. Entsprechend fiel das Einstellungsergebnis aus.

© Sächsische Staatskanzlei | Pawel Sosnowski

Nach derzeitigem Stand des Einstellungsverfahrens konnten 622 Stellen besetzt werden, davon 237 Stellen mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften und 385 Stellen mit Seiteneinsteigern. Damit hat sich der Anteil von Seiteneinsteigern an den Einstellungen mit 62 Prozent gegenüber Februar 2017 deutlich erhöht. Damals betrug der Anteil rund 30 Prozent.

Mit großer Sorge verfolgt Kultusminister Piwarz den hohen Anteil von Seiteneinsteigern: „So sehr ich die Expertise der Seiteneinsteiger schätze und dankbar dafür bin, dass wir die neuen Kolleginnen und Kollegen an den Schulen haben, es muss aber unser Ziel sein, die freien Stellen mit denjenigen zu besetzen, die dafür ausgebildet wurden. Wir müssen Neulehrern dringend ein besseres Angebot unterbreiten und ältere Lehrkräfte mit finanziellen Anreizen und Entlastungen zusätzliche Motivation verschaffen. Es ist fünf nach zwölf.“

Im Einzelnen sehen die Einstellungszahlen wie folgt aus: Bei Grundschulen konnten von 217 freien Stellen 196 besetzt werden. An Oberschulen sind von 208 Stellen 206 und an Gymnasien von 92 Stellen 78 besetzt worden. Bei Förderschulen konnten alle 84 Stellen besetzt werden und bei den Berufsbildenden Schulen blieben von 60 Stellen zwei unbesetzt.