Zugunglück: Anklage gegen 29-Jährigen

Leipzig (dapd-lsc). Knapp vier Monate nach dem schweren Zugunglück mit insgesamt 23 Verletzten bei Bad Lausick hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 29-Jährigen erhoben.

Dem Mann wird vorgeworfen, das Unglück im September aus Unachtsamkeit verursacht zu haben, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Der Mann wird sich den Angaben zufolge vor dem Amtsgericht Grimma verantworten müssen.

Er soll mit seinem Transporter auf einen am Bahnübergang in Lauterbach wartendes Auto aufgefahren sein und es auf die Schienen geschoben haben, wo ein Regionalexpress auf das Hindernis prallte, entgleiste und zum Teil umstürzte. Der 64 Jahre alte Fahrer des Autos war bei dem Unfall leicht verletzt worden. Der 29-Jährige hatte gemeinsam mit Helfern den Mann gerade noch rechtzeitig vor dem herannahenden Regionalexpress aus dem Auto retten können.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, haben von Sachverständigen erstellte Gutachten keine Hinweise darauf ergeben, dass an den Fahrzeugen der Männer, dem Zug oder der Signalanlage an dem Bahnübergang technische Mängel zu dem Unfall beigetragen haben könnten. Nach den bisherigen Berechnungen entstand bei dem Unglück ein Schaden von mindestens 4,4 Millionen Euro. Wie es hieß, hat der Beschuldigte sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der 29-Jährige habe von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch gemacht.

dapd