Zukunft für den CFC

Chemnitz – Als am Freitagabend gegen 18.30 Uhr das Abstimmungsergebnis des Chemnitzer Stadtrates bekannt gegeben wurde, waren viele CFC-Fans sicherlich erleichtert. Mit 42 Ja-Stimmen wurde mehrheitlich für den Antrag der Stadt Chemnitz gestimmt, dem Verein 1,26 Millionen Euro auszuzahlen.

Dieses Geld stammt aus der vorfristigen Auflösung eines Erbbaupachtvertrages für das CFC-Stadion und sollte eigentlich über 20 Jahre hinweg mit der Nutzung der neuen Arena verrechnet werden.

Leicht hatten sich die Stadträte diese Entscheidung nicht gemacht. Rednerinnen und Redner aller Parteien und Fraktionen äußerten ihren Unmut darüber, wie der Verein überhaupt in seine missliche Lage geraten konnte.

Missmanagement und Selbstüberschätzung der Verantwortlichen hätten den CFC aus Sicht der Stadträte an der Rand der Insolvenz gebracht – und würden nun den Steuerzahler um Rettung bitten.

Aus Sicht der meisten Parteivertreter gäbe es zur Rettung allerdings keine Alternative. Ein 27 Millionen Euro teures, niegelnagelneues Fußball-Stadion ohne eine Profimannschaft wäre das letzte, was die Stadt gebrauchen könne. Aus dieser Abwägung heraus stimmten die meisten Stadträte für das aus ihrer Sicht geringere Übel: die Rettung des CFC.

Die Auszahlung knüpfte der Chemnitzer Stadtrat an einen ganzen Katalog von Bedingungen. Zum einen übernimmt „eins energie“ ab Februar die Buchführung des CFC. Der Geschäftsführer von „eins“, Roland Warner, gab außerdem die Unterzeichnung eines Darlehensvertrages über 1,5 Millionen Euro bekannt.

Zum anderen wird das kommunale Wohnungsunternehmen GGG den Betrieb und die Vermarktung des Stadions.

Außerdem wird der Stadt das Recht eingeräumt, regelmäßig die Bücher des Vereins prüfen zu können.

Das der Chemnitzer FC irgendwann wieder komplett auf eigenen Füßen stehen kann, dafür sollen neue Strukturen im Verein sorgen, die allerdings noch geschaffen werden müssen.

Vorstandsvorsitzender Mathias Hänel, der sein Amt bei der nächsten Wahl zur Verfügung stellen will, kündigte eine Professionalisierung der Vereinsführung an.

Im Januar wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden, bei der ein neuer Aussichtsrat gewählt wird, der dann einen neuen Vorstand bestimmt. Dessen Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass der Verein sich irgendwann selbst wieder um seine Finanzen kümmern kann – ohne das er wieder ein Millionendefizit erwirtschaftet.

Das dies auch nochmals schief gehen kann, davor warnten nicht wenige Stadträte. Immerhin dreizehn von ihnen stimmten gegen die finanzielle Hilfe der Stadt Chemnitz.

Eins wurde an diesem Freitagabend, als die Stadt Chemnitz den CFC vorerst vor der Insolvenz bewahrte, ebenfalls deutlich: Das dauerhafte Überleben eines Vereins in der 3. Fußball-Liga ist äußerst schwierig.

Langfristig gesehen kann wohl nur ein Aufstieg in die zweite Bundesliga mit den damit verbundenen Mehreinnahmen die Himmelblauen auf eine solidere finanzielle Basis stellen.