Zusammenfassung der schlimmen Ereignisse: Bahnunglück in Sachsen-Anhalt

Das verheerende Zugunglück bei Hordorf in Sachsen-Anhalt ist noch immer in aller Munde. Mindestens 10 Tote, mehr als 30 Verletzte – einige von ihnen kämpfen noch ums Überleben. Auch zwei Tage danach ist das Rätsel um die Unfallursache noch immer nicht gelöst. LEIPZIG FERNSEHEN fasst für Sie die Ereignisse des Wochenendes noch einmal zusammen:

Als die Bahnreisenden am Samstagabend in den Harz-Elbe-Express Richtung Halberstadt stiegen , ahnten sie noch nicht, dass sie nur wenig später Opfer eines der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte Deutschlands werden würden.

Gegen 22.30 Uhr prallten der Personenzug aus Magdeburg und der Güterzug aus der entgegenkommenden Richtung fast ungebremst aufeinander. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der HEX aus den Gleisen geschleudert, die Reisenden im vorderen Teil des Zuges hatten keine Chance.

Die Strecke bei Hordorf ist nur eingleisig befahrbar. Warum dennoch beide Züge zeitgleich auf den Gleisen waren, ist noch unklar.

Möglich wäre, dass einer der Zugführer ein Haltesignal übersehen hat – dichter Nebel hatte am Abend die Sicht getrübt. Temperaturen weit unter Null Grad lassen aber auch einen technischen Defekt nicht ausschließen.

Interview: Ralf Krüger – Einsatzleiter der Bundespolizei

Zur Zeit sind noch immer nicht alle Todesopfer identifiziert, da viele der Toten ohne Papiere unterwegs waren . Laut Einsatzleiter Krüger sollen die Identitäten der Verunglückten aber bis heute Abend geklärt sein.

Mehrere Politiker hatten die Unfallstelle am Sonntag aufgesucht, um sich ein Bild vom Ausmaß der Tragödie zu machen, darunter auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann.

Interview: Holger Hövelmann – Innenminister Sachsen-Anhalt

Noch ist die Strecke zwischen Oschersleben und Halberstadt gesperrt. Der Güterzug und Trümmerteile des Veolia-Zuges wurden bereits abtransportiert und werden untersucht, um die genaue Unfallursache zu klären.

Gerüchte wonach sich der Lokführer des Güterzuges zum Unfallzeitpunkt nicht in seinem Führerstand aufgehalten haben soll, wurden bisher nicht bestätigt, sind laut Ralf Krüger aber Teil der Ermittlungen.

Bis das Ergebnis der Untersuchungen endgültig feststeht, werden aber vermutlich Tage, wenn nicht sogar Wochen vergehen.