Zusammenstellen eines eigenen Anlage-Portfolios – So geht’s!

Das Maß aller Dinge sind in der Finanzwelt die Zahlen. In dieser Welt gibt es aktuell kaum ein anderes Konzept der Anlage, das so erfolgreich ist wie ETFs. Diese Abkürzung bedeutet Exchange Traded Fund.

Anleger auf der ganzen Welt haben in diese Anlageform knapp 2.5000 Milliarden US Dollar angelegt. Die Indexfonds, oder ETFs, sind gar nicht so kompliziert, wie sie sich im ersten Moment anhören. Sie sind die Nachbildung der Entwicklung des Werts eines Börsenindex, wie zum Beispiel dem Dax. Wenn der Dax um drei Prozent steigt, dann tut es der ETF ebenfalls. Wenn der Dax um drei Prozent abrutscht, dann gilt das gleiche für den Indexfonds. Wegen dieser Einfachheit sind die Indexfonds bestens für die privaten Anleger geeignet, wohingegen andere Finanzprodukte oft besser bei den Experten aufgehoben sind. Stellt man verschiedene Indexfonds zusammen, macht das nicht viel Arbeit. Ein gut organisiertes Portfolio lässt sich ganz einfach selbst zusammenstellen.

Nur, weil das Konzept relativ einfach zu verstehen ist, heißt dies aber natürlich nicht, dass garantiert ist, dass sich an der Börse die Gewinne automatisch einstellen. Die Anlageform ETF ist nicht risikofrei. Dennoch gibt es zwei große Vorteile der Anlageart im Gegensatz zu den klassischen Investmentfonds: Sie sind deutlich günstiger im Preis. Es muss kein Fondsmanager durch den Anleger bezahlt werden, daher sind die Gebühren der ETFs lediglich pro Jahr zu entrichten und machen eine Summe von 0,5 Prozent der Summe aus, die investiert wurde – maximal.

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Die Gebühren für die traditionellen Fonds liegen oft bei mehr als zwei Prozent. Für Anleger lohnt sich dieser Unterschied, denn, auch wenn jedes Investment auf den Kapitalmärkten ein Risiko ist: Die Rendite wird durch höhere Gebühren immer reduziert.

Die richtige Aufteilung

Nicht nur sind die ETFs preiswerter, denn sie haben noch einen Vorteil. Es gibt kaum einen Fondsmanager, der es dauerhaft schafft, eine bessere Entwicklung des Wertes zu generieren als der Dow Jones oder der DAX. Deswegen ist es ein größeres Risiko, auf einzelne Fondsmanager zu setzen, als den Kauf eines Indexfonds zu tätigen. Diese Einsicht ist der erste Schritt zu dem eigenen Anlagen-Portfolio. Danach ist die Entscheidung nötig, die in erster Linie nicht die ETF betrifft. Nämlich, wie das eigene Geld aufgeteilt werden soll. Dies wird unter Experten auch als Asset Allocation bezeichnet. Es meint, wie viel des eigenen Geldes in Anleihen und wie viel Prozent in Aktien angelegt werden sollen. Auch kommen noch weitere Klassen wie beispielsweise Rohstoffe in Betracht. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass die Entscheidung über die Höhe des Risikos getroffen werden muss. Es gibt mehrere tausend verschiedene Indexfonds, die an den weltweiten Börsen verteilt sind. Hier kann schnell der Überblick verloren werden, denn auch für Rohstoffe und Anleihemärkte gibt es eine Vielzahl an Fonds. Konkret sollte sich der Anleger also zu Beginn nicht mit den ETF an sich beschäftigen, sondern überlegen, welches Gewicht er den verschiedenen Anlageklassen verleihen möchte. Dies ist gar nicht so leicht getan, wie gesagt, denn auch große Investoren verzweifeln noch an dieser Frage. Hier sollte dem Prinzip gefolgt werden, nach dem auch die ETFs an sich funktionieren: Es sich so leicht wie nur möglich machen. In der Praxis heißt das, dass für die perfekte Zusammensetzung eines Portfolios keine komplexen Rechnungen nötig sind. Es muss nur die Frage beantwortet werden, ob mehr Anleihen oder mehr Aktien enthalten sein sollen. Doch komplett nach dem Zufallsprinzip sollte die Aufteilung auch nicht erfolgen. Diejenigen, die den Aktien den größeren Anteil gewähren sollten sich im Klaren sein, dass dies der Ausrichtung mit einem höheren Risiko entspricht. Kurzfristig müssen hier teilweise extreme Schwankungen der Kurse überstanden werden, langfristig sind die Aussichten hinsichtlich der Rendite allerdings gut. Wenn ein größerer Anteil an Anleihen gewählt wird, dann sind die Schwankungen der Kurse geringer. Hier gibt es also eine bessere Berechenbarkeit und ein kleineres Risiko. Hier spricht man von einer defensiven Ausrichtung des Portfolios. Untersuchungen haben belegt, dass hier hauptsächlich das Verhältnis von Anleihen und Aktien eine Rolle spielt, die genauen prozentualen Verteilungen dagegen nicht so sehr. Die Ausnahmen bilden hier extreme Verteilungen wie 10 zu 90 Prozent. Das Risiko ist hierbei sehr hoch und sollte nicht eingegangen werden. Der Gedanke der Streuung, der bei Investments stets zu Grunde liegt, wird hierbei nämlich verletzt.

Passende Indizes finden

Nun geht es in den Bereich der Feinabstimmung. Wenn die Aufteilung des Portfolios definiert wurde, dann muss nun die Frage beantwortet werden, welche Indexfonds für Aktien und Anleihen verwendet werden sollen. Es gibt eine riesige Auswahl, weshalb besonders die privaten Anleger sich auf drei oder besser zwei Indexfonds konzentrieren sollten. So kann immer ein Überblick behalten werden und die Gebühren sprengen nicht den Rahmen. Also, welcher Index ist nun am geeignetsten? Naheliegend ist hier für viele Anleger der deutsche DAX. Denn hier können die aktuellen Entwicklungen im TV oder der Zeitung ganz einfach nachverfolgt werden. Der Zugang zu diesem Index ist also sehr unproblematisch.

Wird allerdings das Prinzip der Streuung berücksichtigt, ist es empfehlenswerter, in Indizes zu investieren, welche die Entwicklung des Werts von Aktien weltweit abbilden. Dafür eignen sich zwei Barometer besonders: der MSCI World, der die größten Aktiengesellschaften in den Industrieländern beziehungsweise ihren Wert abbildet und der MSCI Emerging Markets, der das Äquivalent in den Schwellenländern bildet. Wenn die Entscheidung auf diese beiden Indizes fällt, kann das Geld, das in Aktien investiert werden soll nach einer simplen Regel verteilen: Der Index der Schwellenländer bekommt ein Drittel, der Index der Industriestaaten die anderen beiden Drittel. So werden grob die Kräfteverhältnisse von beiden Teilen der Welt beziehungsweise den dort an der Börse notierten Firmen abgebildet. Geht es um den Index für Anleihen im Portfolio ist es nicht nötig, dabei die ganze Welt einzubeziehen. Natürlich wäre dies durchaus möglich, es wird aber generell geraten, sich auf die Entwicklung des Werts von Staatsanleihen aus Europa zu beschränken, wie den Iboxx Euro Sovereigns. Hierin liegt der Vorteil, dass sich dieser Index in der Vergangenheit oft positiv entwickelt hat, wenn die Börsenkurse gefallen sind. So können Verluste auf der anderen Seite des Portfolios gut ausgeglichen werden.

Rebalancing im Anlage-Portfolio

Damit wäre das Portfolio schon weitreichend aufgebaut. Doch, einmal pro Jahr sollte das Portfolio hinsichtlich seiner Wertentwicklung genauer untersucht werden. Es könnte nämlich sein, dass sich während dieser Zeit das Verhältnis der Anleihen und Aktien stark geändert hat. Wenn sich die Kurse der Aktien zum Beispiel viel stärker verbessert haben, als die Anleihenkurse, dann folgt automatisch eine Erhöhung des Anteils an Aktien. Aus einer ehemaligen Aufteilung von 30 Prozent Aktien und 70 Prozent Anleihen kann so schnell ein Portfolio werden, dass nun sehr riskant mit 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen aufgebaut ist. Genau aus diesem Grund spielt das Rebalancing eine wichtige Rolle. Unter diesem Begriff verstehen professioneller Anleger einen Umschichtungsprozess. Dieser sollte einmal im Jahr durchgeführt werden und hat das Ziel, zu den Quoten, die ursprünglich für Anleihen und Aktien festgelegt wurden, wieder zurückzukehren. In dem oben genannten Beispiel sähe dies also so aus, dass genau so viele Aktien ETFs veräußert werden, bis das Portfolio-Verhältnis wieder bei der ursprünglichen Ausgangsquote von 30 zu 70 liegt. Hier gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die um einiges teurer ist: Es wird so lange in weitere Anleihen ETFs investiert, bis das ursprüngliche Verhältnis zwischen den beiden Anlageformen wiederhergestellt ist. Es wäre jedoch auch ein Fehler, sich über Jahre penibel an die einmal definierte Quote zu halten. Es kann, abhängig von der aktuellen Lebenssituation, Sinn machen, die generelle Aufteilung des Portfolios immer mal wieder neu zu überdenken.

Optional: Handel am Forexmarkt

Spekulativer Handel, ist ein zweischneidiges Schwert. Für den durchschnittlichen Anleger ist der Forexhandel in der Regel nichts, denn viele schaffen es nicht, die steile Lernkurve zu überstehen und geben frühzeitig auf – Sei es aus Zeitmangel oder weil zu viel Kapital bereits verloren ging. Wer sich jedoch für diese Art von spekulativem Handel interessiert und bereit ist, sich eingehend mit der Thematik zu beschäftigen, kann hier neben seiner passiven Rendite noch durchaus respektable Profite oben drauf verdienen. Forex kann man zum Beispiel bei dem Kölner Fintech-Unternehmen nextmarkets.com handeln. Das Portal gewinnt zunehmend an Beliebtheit und erhielt im letzten Jahr sogar eine Millionenfinanzierung.

Fazit

Das Zusammenstellen eines eigenen Anlage-Portfolios ist also kein Hexenwerk. Vor gar nicht allzu langer Zeit musste man noch zur Filialbank des Vertrauens gehen, um sein Geld sicher anzulegen. Dank des Internets kann man sich nun mittlerweile jedoch bestens informieren, während man online Zugriff auf so ziemlich alle Aktien, ETFs und Indizes hat.