Zuschauernachricht: Diskriminierung von behinderten Schulkindern in Dresden?

Mein Sohn leidet an einer angeborenen Stoffwechselerkrankung, die zu Entwicklungsverzögerung und Autismus führt. Die Stadt Dresden teilte jetzt mit, dass die Kosten für den Fahrdienst zur Schule nicht mehr übernommen werden. (Zuschauernachricht von Jörg Peter) +++


Leserbrief von Jörg Peter:

Mein Sohn leidet an einer angeborenen Stoffwechselerkrankung. Dies führt bei ihm zu einer Entwicklungsverzögerung und zur Ausbildung von Autismus. Aus diesem Grund besucht er als lernbehinderter Schüler eine Förderschule. Da diese nicht in Wohnortnähe liegt, sondern am anderen Ende der Stadt, benötigt er einen Fahrdienst, welcher im letzten Schuljahr zu einem großen Teil von der Stadt Dresden übernommen wurde.  

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs teilte die Stadt Dresden uns mit, dass die Kosten für den Fahrdienst im neuen Schuljahr nicht mehr übernommen werden. Beide Elternteile sind berufstätig und können es sich zeitlich nicht leisten, morgens und nachmittags jeweils einmal die Stadt zu durchqueren, um das Kind zur Schule zu bringen und wieder abzuholen.

Darum bliebe als einziger Ausweg nur, dass unser Sohn eine wohnortnahe Grundschule besucht, in der sowohl die Klassenstärke als auch die Förderung nicht den Bedürfnissen seiner Behinderung entspricht. Er würde dadurch in seiner Entwicklungsmöglichkeit stark eingeschränkt, was in meinen Augen einer Diskriminierung gleichkommt.  

Von dieser Regelung sind alle in Dresden wohnhaften lernbehinderten Schüler betroffen, das Landratsamt Meißen z. B. übernimmt weiterhin einen Großteil der Beförderungskosten. Leider winden sich im Moment sowohl das Sozialamt als auch das Schulverwaltungsamt um eine Antwort, wer diese Entscheidung getroffen hat. Dadurch ist es mir aktuell nicht möglich, dieser Entscheidung zu widersprechen. 

Mit freundlichen Grüßen,
Jörg Peter

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!