Zwei Dresdner Erstaufnahmelager für Flüchtlinge werden geschlossen

Sachsen schließt drei Standorte zur Erstaufnahme von Flüchtlingen. Darunter zwei in Dresden. Mehr unter www.dresden-fernsehen.de

Der Freistaat Sachsen wird sich in den kommenden Wochen von drei weiteren Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge trennen.

So werden die Zeltstadt auf dem Gelände der Leipziger Messe (1.700 Plätze/Belegung: 524) sowie der Standort Neue Mensa in Dresden (250 Plätze/Belegung: 27) zum 30. Juni dieses Jahres aufgelöst.
Die Zelte an der August-Bebel-Straße in der Landeshauptstadt (350 Plätze/Belegung: 17) sollen bereits in der kommenden Woche komplett freigezogen werden.

„Mit der Entscheidung, die Standorte in Dresden und Leipzig aufzulösen, wollen wir uns bei der Erstaufnahme für Asylsuchende in Sachsen weiter konsolidieren“, sagte Innenminister Markus Ulbig. „Alle drei Objekte waren ohnehin nur als Übergangslösung vorgesehen und sind zur dauerhaften Unterbringung von Flüchtlingen weniger geeignet. Außerdem ist es uns wichtig, dass die ursprünglichen Nutzer ihre Objekte wieder zurückbekommen.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich insbesondere bei der Messe Leipzig, der TU Dresden, aber auch beim Betreiber aller drei Standorte, dem DRK Sachsen, für ihre sehr gute Kooperation in den vergangenen Monaten bedanken“, so Ulbig weiter.

Gleichzeitig verwies der Minister darauf, dass die wegfallenden Unterbringungsplätze teilweise durch andere ersetz werden.

„Mit Blick auf die unklare Entwicklung des Flüchtlingszustroms strukturieren wir die Erstaufnahmekapazitäten im Freistaat behutsam und mit Besonnenheit um. Von genereller Entwarnung kann noch keine Rede sein. Langfristig steuern wir unverändert auf unser Drei-Standorte-Konzept in den drei Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz zu“, betonte Ulbig.

Derzeit betreibt die Landesdirektion Sachsen mit Unterstützung verschiedener Hilfsorganisationen noch insgesamt 37 Erstaufnahmeeinrichtungen mit rund 18.000 Plätzen im Freistaat, von denen knapp 3.000 belegt sind. Das Innenministerium bewertet derzeit die Unterbringungssituation – gemessen am prognostizierten Zustrom von Flüchtlingen – neu. Eine entsprechende Überarbeitung des Unterkunftskonzeptes ist noch in der ersten Jahreshälfte 2016 vorgesehen.

 Im vergangenen Jahr kamen rund 70.000 Flüchtlinge und Asylbewerber nach Sachsen. 2016 suchten bisher 6.440 Menschen Schutz und Asyl im Freistaat.

Quelle: SMI – Sächsisches Staatsministerium des Innern

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