Zweite sächsische Flüchtlingsambulanz in Leipzig in Betrieb

Der anhaltende Flüchtlingsstrom stellt auch die niedergelassenen sächsischen Ärzte vor besondere Herausforderungen.

 

Über 40.000 Flüchtlinge wird Sachsen in diesem Jahr aufnehmen, doch die medizinische Versorgung der Menschen überfordert viele niedergelassenen Ärzte, deren Wartezimmer zumeist jetzt schon voll sind. Im Klinikum St. Georg in Leipzig wurde in dieser Woche deshalb die zweite sächsische Flüchtlingsambulanz eröffnet. Am Donnerstag machte sich die Landesgesundheitsministerin Barbara Klepsch vor Ort ein Bild und schien zufrieden.

In der Ambulanz sollen Flüchtlinge mit akuten Beschwerden behandelt werden, das reicht von Erkältungssymptomen bis zum Blinddarmdurchbruch. Derzeit kommen auch einige Patienten wie die  29-jährige Iranerin im Video. Sie leidet – wahrscheinlich aufgrund der Flucht – an akuter Unterernährung. Die Behandlungsmöglichkeiten in der Ambulanz sind jedenfalls vielfältig.

Der Vorteil der Flüchtlingsambulanz liegt aber vor allem darin, dass die Patienten sich verstanden fühlen und selbst verstehen. Hinweise auf Schildern wurden sowohl auf Deutsch und Englisch als auch auf Arabisch gedruckt. Und es haben sich einige Ärzte gemeldet, die des Arabischen oder Türkischen mächtig sind. Ein echter Glücksfall, denn die Ambulanz überhaupt mit Fachärzten zu besetzten, ist keine leichte Aufgabe.

Die Verantwortlichen rechnen mit 40 bis 70 Patienten, die in der Leipziger Flüchtlingsambulanz täglich versorgt werden können. Bereits seit Mitte September existiert eine solche Ambulanz in Dresden, und bald soll noch eine in Chemnitz dazukommen. Sie entsteht in der ehemaligen Rettungsstelle am Klinikum Chemnitz und soll voraussichtlich Mitte November öffnen.