Zweites Leben für Sven Pötschick

Das Spiel Deutschland gegen Ghana morgen wird für Herzklopfen sorgen. Entscheidet es doch darüber, ob die deutsche Elf weiterkommt. Die Spannung steigt also.

Und das kann gefährlich werden. Denn während der Fußball Weltmeisterschaften steigt nachweislich die Zahl der Herzinfarkte. Und dann ist vor allem erste Hilfe gefragt. Erste Hilfe, die über Leben und Tod entscheidet.

Sven Pötschick ist ein glücklicher Mann. Und das, obwohl er gerade im Klinikum Sankt Georg liegt und nicht viel mehr als die Tür seines Krankenzimmers vor Augen hat. Er ist glücklich, weil er lebt. Ab und zu schaut Oberarzt Dr. Ludewig nach ihm. Noch vor kurzem war Sven Pötschick dem Tod sehr nah. Herzinfarkt. Der Leipziger Gerüstbauer ist bei der Arbeit ganz plötzlich zusammengebrochen.

Interview: Sven Pötschick – Patient

Genau drei Tage später waren es. So lange lag er bewusstlos auf der Intensivstation. Wie alles passiert ist, hat er sich im Nachhinein von seiner Chefin erzählen lassen. 

Interview: Sven Pötschick – Patient

So beherzte Ersthelfer wie Sven Pötschick haben leider nicht alle in dieser Situation. Oberarzt Ludewig erzählt betroffen von einem anderen Herzinfarkt-Patienten auf seiner Intensivstation. Ein Mann um die Vierzig – wie Sven Pötschick. Und wie Sven Pötschick brach auch er plötzlich zusammen.

Interview: Dr. Martin Ludewig – Oberarzt 
 
Sven Pötschick geht es jetzt wieder relativ gut. Wenn er sich richtig erholt hat, kann er später sogar wieder seine Arbeit als Gerüstbauer aufnehmen.

Interview: Dr. Martin Ludewig – Oberarzt

Dass Sven Pötschick kein Leben als Pflegefall bevorsteht, hat er nur der Tatsache zu verdanken, dass sein Kollege keine Angst vor der ersten Hilfe hatte. Sven Pötschick erzählt sogar, dass sein Kollege dachte, er habe ihm bei der Herzdruckmassage eine Rippe gebrochen – weil es so laut geknackt habe. Doch das Knacken– so meint Doktor Ludewig – ist sogar ein gutes Zeichen.

Interview: Dr. Martin Ludewig – Oberarzt

Doch wichtiger noch als die Beatmung ist die kräftige Herzdruckmassage. Wer erste Hilfe leistet, muss zu aller erst den Notarzt alarmieren. Wenn der Patient nicht oder kaum atmet und bewusstlos ist, muss dringend mit der Herzdruckmassage begonnen werden, so lange bis der Notarzt eintrifft. Das ist sehr anstrengend. Deshalb sollte man sich mit einem zweiten Helfer abwechseln. Sven Pötschicks Kollege hat alles richtig gemacht und ihm das Leben gerettet. Und nun hat Sven Pötschick nur noch ein Ziel.

Interview: Sven Pötschick – Patient

Und dann will er sich auch persönlich bei seinem Kollegen bedanken. Ohne den sein Herz vielleicht jetzt nicht mehr so munter schlagen würde. Übrigens: Morgen Nachmittag – pünktlich vor dem nächsten aufregenden Deutschland WM Spiel – bekommt er einen Defibrillator eingesetzt. Das Gerät sorgt dafür, dass sein Herz auch in den aufregendsten Momenten nicht aus dem Takt kommt. Dann kann Sven Pötschick ganz beruhigt und sicher Fußball schauen und das Leben genießen.