Zwickau wird zentraler Ausstellungsort für die 4. Sächsische Landesausstellung

Das sächsische Kabinett hat am Dienstag beschlossen, dass die Stadt Zwickau zentraler Ausstellungsort für die 4. Sächsische Landesausstellung 2018 wird.

Die Ausstellung zum Thema „Industriekultur“ wird im denkmalgeschützten Horch-Hochbau, einer ehemaligen Automobilfabrik, stattfinden.

„Landesausstellungen sind ein Markenzeichen des Freistaates Sachsen. Mit dem Horch-Hochbau in Zwickau findet die 4. Sächsische Landesausstellung 2018 einen spannenden und authentischen Ort, wo das Thema Industriekultur innovativ und branchenübergreifend abgebildet werden kann“, erklärte Wissenschafts- und Kunstministerin Sabine von Schorlemer.

Im Hinblick auf die einzigartige Kulturgeschichte des industriellen Zeitalters in Sachsen soll das Jahr 2018 als „Jahr der Industriekultur“ diese Vielfalt erlebbar machen. In diesem Rahmen wird die 4. Sächsische Landesausstellung als zentrale Veranstaltung zugleich eine Netzwerkfunktion für die Partner mit besonderem industriekulturellem Erbe übernehmen.

„Die Landesausstellung wird von Zwickau aus in die Region Südwestsachsen ausstrahlen. Wir wollen mit der Schau aber auch ein dezentrales regionales Netzwerk unterstützen und einschlägige Institutionen oder Initiativen an anderen Orten einbinden und so nachhaltig stärken. Damit kann die 4. Sächsische Landesausstellung ein Erfolg für die gesamte Region werden“, führte die Staatsministerin aus.

Zur Findung des Ortes wurde ein aufwendiger, objektiver und kriteriengeleiteter Prozess unter enger Einbindung des Regionalkonvents Chemnitz initiiert. Mit Expertise unter anderem aus dem Kultursenat, dem Landesamt für Denkmalpflege und versierten externen Beratern wurden strenge Qualitätskriterien erarbeitet. Diese betreffen unter anderem die Eignung des Gebäudes, die Fragen der Rechtsträgerschaft sowie die sinnvolle Nachnutzung im Sinne von Nachhaltigkeit. Zudem wurde ein international besetztes Expertengremium mit einer abschließenden Beurteilung beauftragt.

Von mehreren Vorschlägen hat der Horch-Hochbau in Zwickau am deutlichsten überzeugt. Der Bau hat einen großen Symbol- und Denkmalwert und ist ein beeindruckendes Zeugnis einer modernen architektonisch-ästhetischen Entwicklung. Zudem verfügt der Bau über eine branchenneutrale Architektur mit hervorragenden Gestaltungsmöglichkeiten.

„Mit dem Thema Industriekultur wollen wir im weitesten Sinne die Kultur des Industriezeitalters präsentieren. Dieses Erbe ist heute Ressource und Quelle für Innovation im Freistaat Sachsen. Die Landesausstellung soll einen Bogen spannen und die historische Perspektive auch auf Gegenwart und Zukunft weiten“, erklärt von Schorlemer.

Begleitet wird die Landeausstellung von einem Kuratorium aus Vertretern der Staatsregierung, des Landtages, der Kommune, des Regionalkonvents sowie Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Sie sollen das Ereignis in der Region verankern, Unterstützung generieren und Impulse für bürgerschaftliches Engagement setzen.

Die Staatsregierung möchte mit der Durchführung von Landesausstellungen kulturelle Impulse in der Region setzen und nachhaltige Investitionen vornehmen. Landesausstellungen sollen Identität und Heimatverbundenheit stärken, das Geschichtsbewusstsein fördern und einen Beitrag für die Strahlkraft Sachsens als Kulturland auch außerhalb der Landesgrenzen leisten.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Statement von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zur heutigen Entscheidung über den zentralen Ausstellungsort der 4. Sächsischen Landesausstellung in Zwickau

 

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig: „Gut ist, dass in letzter Minute offenbar doch noch einige unserer Hinweise von der Ministerin aufgegriffen wurden. Das Bekenntnis, dass die Landesausstellung Industriekultur im Jahr 2018 auch ein dezentrales regionales Netzwerk stärken und Ideen anderer Orte einbeziehen will, ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Das braucht es auch, um die Stärke und das Potenzial der Industrieregion wirklich authentisch abzubilden. Genau wie die Stadt Chemnitz als eine der wesentlichen Industriestädte Europas. Was das nun verkündete Jahr der Industriekultur wirklich bedeutet, werden wir sehen. Davon haben wir als Regionalkonvent noch nichts gehört. Aber ich gehe davon aus, dass dieser hohe Anspruch für den Freistaat mehr sein wird als nur ein Placebo, um die anderen Bewerberstädte einzubinden.“