Zwickauer halten Mahnwache

Dresden (dapd-lsc). Rund 100 Menschen haben Montag in Zwickau an die Opfer rechter Gewalt in Deutschland erinnert.

Vor dem Rathaus der Stadt hielten die Teilnehmer am Abend eine etwa einstündige Mahnwache ab und stellten Kerzen vor den Plakaten mit den Namen der seit 1990 durch rechtsextreme Gewalttäter ums Leben gekommene Menschen auf. Hintergrund der Aktion, die von den sächsischen Grünen initiiert wurde, sind die Erkenntnisse über die sogenannte Zwickauer Terrorzelle. Die Neonazis sollen insgesamt zehn Menschen ermordet haben.

Nach den Ermittlungspannen im Fall der Neonazi-Mordserie will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich nun den Verfassungsschutz auf Bundesebene stärken. Das Bundesamt müsse auch im Kampf gegen rechtsextremen Terror „klar die Federführung“ erhalten, forderte der CSU-Politiker am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Innenausschusses im Bundestag. Im ZDF sprach sich Friedrich zudem gegen einen Totalabzug von V-Leuten aus rechtsextremistischen Organisationen aus.

Der Innenausschuss-Vorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) verlangte, Verfassungsschutzämter kleinerer Länder zusammenzulegen. Uneins war sich das Gremium darüber, ob ein Untersuchungsausschuss, ein Sonderermittler oder eine Expertengruppe eingesetzt werden soll.

dapd

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