Zwischen Kunst und Handwerk – Die Theatermaler der Oper Leipzig

Wenn in der Leipziger Oper Stücke wie „Nabucco“ oder „Rigoletto“ inszeniert, dann spielen nicht nur die sehr guten Sänger eine wichtige Rolle. Auch das Bühnenbild muss exzellent sein. Und genau das gewährleisten die Theatermaler in ihrer Werkstatt. +++

Klein wie Ameisen sehen sie von oben aus. Riesige Bilder lassen sie entstehen. Die Theatermaler der Theaterwerkstatt Leipzig. Unter ihren Händen werden die Ideen der Bühnenbildner zu Leben erweckt. Hier entsteht Raum für die Künstler auf der Bühne. Bilder einer Vorstellung. Aktuelle für Nabucco – die Verdi-Oper soll im Januar in der Oper Leipzig Premiere feiern. Die Theatermaler stehen mittendrin in diesen Bildern, die sie Prospekte nennen. Setzen, Pinselstrich für Pinselstrich, akribisch tausende Details zu einer riesigen Gesamtheit zusammen.

Eine Kunst, so große Bilder entstehen zu lassen. Aber auch Handwerk. Es gibt so viele Techniken die die Theatermaler beherrschen müssen. Manchmal sind es auch einfache kluge Tricks. Gilt es doch, kleine künstlerischen Vorgaben ins Große zu übertragen. Auch dreidimensiolale Vorlagen sind es oft. In der Theatertischlerei angefertigt erfahren die Rohkulissen dann im Malsaal eine wahre Verwandlung – allein durch die Behandlung der Oberflächen. Hier werden rohe Holzkonstrukte zu rot-gold schimmernden Portalen.

Im Durchschnitt dauert es ein dreiviertel Jahr bis ein Bühnenbild fertig für die Theaterbühne ist. Dafür sind viele Arbeitsschritte notwendig. Doch der Aufwand lohnt sich, denn der Glanz ist unvergleichlich.

Bei all der Arbeit sei es ein Traumberuf, sagen die Theatermaler. Die Leidenschaft gehöre einfach dazu. Schließlich sei es immer wieder ein großartiger Moment, am Ende all das Erschaffene im Licht der Bühne zu sehen. Im Aufbauraum wird immer wieder probiert, ob alles zusammenpasst. Der momentan fertig gestellte Teil des Nabucco-Bühnenbildes erscheint schon hier sehr imposant. Doch wie wirkt es erst auf der Bühne, mit all den Künstlern, den Kostümen und dem Licht – Die Theatermaler werden es erfahren – und das ist dann der schönste Moment. Der Lohn für all die Mühe.