Chemnitz - Die Weiterentwicklung des Pleißenbach-Areals in Chemnitz Altendorf wird mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Der Präsident der Landesdirektion Sachsen, Béla Bélafi, übergab der MIB AG aus Leipzig am 4. Juni 2026 einen entsprechenden Fördermittelbescheid für das Projekt „Ehemaliger Güterbahnhof Chemnitz Altendorf“.
Mit dem Geld soll der Boden auf einer Teilfläche des ehemaligen Güterbahnhofs am Gutsweg saniert werden. Nach Abschluss der Sanierung sollen dort, am Stadtteilpark Pleißenbach, mehrere Eigenheim- und Reihenhausgrundstücke sowie kleinere Mehrfamilienhäuser entstehen.
Béla Bélafi erklärte, bevor auf dem Gelände künftig Menschen ihren Lebensmittelpunkt finden könnten, müsse der Boden zunächst fachmännisch von Altlasten befreit werden. Das Projekt sei ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des früheren Bahngeländes zu einem grünen Band mitten in Chemnitz. Die Landesdirektion Sachsen habe das Vorhaben von Anfang an mit Fördergeldern unterstützen können.
Auch die MIB AG sieht in der Bodensanierung eine zentrale Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Areals. Maik Mehlhose, Vorstand der MIB AG, beschreibt das Gelände am Stadtteilpark Pleißenbach als besondere Wohnadresse mit Park, zentraler Lage und Potenzial für Lebensqualität direkt am Wasser. Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld komme es darauf an, die Schritte in der richtigen Reihenfolge zu gehen. Die Bodensanierung sei dafür die unverzichtbare Grundlage.
Die Gesamtkosten für das Sanierungsprojekt liegen bei rund 2 Millionen Euro. 77 Prozent davon werden durch Fördermittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Freistaats Sachsen finanziert. Grundlage ist die Förderrichtlinie „Flächenrecycling und Dekontaminierung von Standorten“.
Das Areal am Gutsweg wurde von 1903 bis zur Stilllegung im Jahr 2004 als Güterbahnhof genutzt. Der nun zu sanierende Bereich diente früher als Tanklager mit Erdtanks zur Bevorratung von Kraftstoff. Die Rückstände dieses früheren Tanklagerbetriebs haben den Boden belastet und sollen nun beseitigt werden.
Dafür werden die alten, noch vorhandenen Erdtanks und das umliegende kontaminierte Erdreich auf einer Fläche von rund 1.600 Quadratmetern ausgehoben und fachgerecht entsorgt. Ziel ist es, den Boden von möglichen Schadstoffquellen zu befreien.
Das Pleißenbach-Areal steht auch im Zusammenhang mit dem Infrastrukturprojekt „Stadt am Fluss“, das im Rahmen von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 umgesetzt wurde. In mehreren Bauabschnitten entstand dabei unter anderem der Stadtteilpark am Pleißenbach in Chemnitz Altendorf. Er gilt als größte sogenannte Interventionsfläche des Projekts.
Der Stadtteilpark soll als neuer urbaner Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität dienen. Zuvor war das Gelände über viele Jahre von brachliegenden Flächen, ungeordneter Vegetation sowie stark versiegelter und ökologisch belasteter Natur geprägt.
Ergänzt wird die Entwicklung des Stadtteilparks durch Flächen für Wohnen, Gemeinbedarf und kleinteiliges Gewerbe sowie durch Hochwasserschutzmaßnahmen. Für die Gewässerrenaturierung des Pleißenbachs bewilligte die Landesdirektion Sachsen in drei Zuwendungsbescheiden bisher insgesamt 7,2 Millionen Euro.