Do., 12.03.2026 , 13:51 Uhr

Viele Baustellen geplant – A72-Lückenschluss bis 2027 vorgesehen

170 Millionen Euro für Sachsens Autobahnen

Der Bund investiert 2026 rund 170 Millionen Euro in Sachsens Autobahnen. Geplant sind zahlreiche Baustellen, unter anderem auf A4, A38 und A72. Pendler müssen mit Einschränkungen rechnen.

Dresden - Autofahrer in Sachsen müssen sich in diesem Jahr auf zahlreiche Baustellen und mögliche Einschränkungen einstellen. Grund sind umfangreiche Investitionen in Erhalt und Ausbau der Autobahnen. Nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes fließen im Jahr 2026 rund 170 Millionen Euro in entsprechende Projekte.

Christian Milster, Leiter der Außenstelle Dresden der Autobahn GmbH, erklärte, dass dieses Investitionsvolumen deutlich über den Summen der vergangenen Jahre liege. In den beiden zurückliegenden Jahren standen jeweils etwa 130 Millionen Euro zur Verfügung.

Hoher Sanierungsbedarf auf vielen Strecken

Ein Grund für die umfangreichen Bauarbeiten ist der Zustand vieler Straßen und Bauwerke. Hohe Verkehrsbelastung und alternde Infrastruktur sorgen dafür, dass zahlreiche Fahrbahnen und Brücken saniert oder erneuert werden müssen.

Im Zuständigkeitsbereich der Dresdner Außenstelle der Autobahn GmbH liegen rund 1.000 Kilometer Autobahn sowie etwa 1.000 Brückenbauwerke. Viele davon nähern sich laut Verantwortlichen dem Ende ihrer vorgesehenen Lebensdauer.

Milster geht deshalb davon aus, dass der Investitionsbedarf langfristig hoch bleiben wird. In den kommenden zehn bis 15 Jahren werde es auf den Autobahnen in Sachsen „keine ruhigen Jahre“ geben.

Schwerpunkte der Bauarbeiten 2026

Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf der Autobahn 4 im Bereich des Autobahnkreuzes Chemnitz sowie in Ostsachsen. Weitere größere Maßnahmen sind auf der A72 sowie auf der A38 im Raum Leipzig geplant.

Die Bauarbeiten sollen möglichst unter laufendem Verkehr durchgeführt werden. Dennoch könnten Baustellen zu Einschränkungen im Verkehrsfluss führen.

Lückenschluss der A72 bis Ende 2027

Ein wichtiges Infrastrukturprojekt bleibt der Lückenschluss der Autobahn 72 zwischen Chemnitz und Leipzig. Nach Angaben der zuständigen Fachbereichsleiterin Annette Möbius soll das Projekt bis Ende 2027 abgeschlossen werden.

Auf dem letzten im Bau befindlichen Abschnitt zwischen Rötha und dem Autobahnkreuz Leipzig wird in diesem Jahr vor allem die Fahrbahn in Richtung Leipzig fertiggestellt. Die derzeitige Betonfahrbahn wird dabei durch offenporigen Asphalt ersetzt, der im Straßenbau auch als „Flüsterasphalt“ bezeichnet wird.

Ab Oktober sollen die Arbeiten in der Gegenrichtung beginnen.

Der Bau der Strecke wurde durch schwierige geologische Bedingungen verzögert. Der Untergrund des ehemaligen Braunkohletagebaus erfordert immer wieder Baupausen, damit sich der Boden unter Belastung setzen kann. Dieses Verhalten wird regelmäßig messtechnisch überwacht.

Muldebrücke bei Grimma wird gesprengt

Ein weiteres großes Projekt betrifft die Autobahn 14 bei Grimma. Dort soll gegen Ende des Jahres die alte Muldebrücke gesprengt werden.

Der Verkehr wird anschließend über eine bereits errichtete Behelfsbrücke geführt, die vierspurig befahrbar ist. Ziel ist es, den Neubau der Brücke bis Anfang 2029 abzuschließen.

Brücken mit Spannstahl werden überwacht

Nach dem Teileinsturz der mittlerweile abgerissenen Carolabrücke in Dresden stehen auch andere Bauwerke verstärkt im Fokus der Behörden. Grund ist der in einigen Brücken verwendete sogenannte Hennigsdorfer Spannstahl.

Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es im Bereich der Dresdner Außenstelle elf Spannbetonbrücken ähnlicher Bauart. Dabei handelt es sich um kleinere Bauwerke, die über Autobahnen führen.

Diese Brücken werden aktuell besonders eng überwacht. Bei einer Brücke über die A14 zwischen Mutzschen und Grimma wurden bei einer Sonderprüfung zunehmende Risse festgestellt. Das Bauwerk, das die Orte Grottewitz und Würschwitz verbindet, soll deshalb im Sommer abgerissen werden.

Für diese Arbeiten wird eine Vollsperrung der Strecke erforderlich sein.