Das erzgebirgische Seiffen, bekannt als Zentrum der Spielzeugmacher in Deutschland, verwandelt sich an diesem Wochenende in eine Bühne für Holzkunst aus aller Welt. Zum ersten europäischen Spielzeugmacherfestival reisen über 40 Handwerker aus neun Ländern an – darunter Italien, Japan, die Niederlande, Polen, Portugal, die Schweiz, Spanien und Tschechien. Nach einem Fachforum zum Auftakt am Freitag soll nun der große Besucheransturm folgen. Rund 2.000 Gäste werden erwartet – fast so viele, wie das Dorf Einwohner hat.
Projektleiterin Josephine Hage betont die Einzigartigkeit des Treffens:
Es gab in den Jahren 2021 und 2023 schon Begegnungen, allerdings damals nur als Fachforum. In dieser Form dürfte das Festival weltweit einmalig sein.
Möglich wurde die Veranstaltung durch die Kooperation mit Chemnitz, die seit Anfang des Jahres Europäische Kulturhauptstadt ist.
Neben klassischen Holzfiguren, Engeln, Bergmännern und Räuchermännchen können Besucher auch modernes Design bestaunen. Das Programm reicht von Workshops und Vorträgen bis hin zu Konzerten. Selbst Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat seinen Besuch angekündigt.
Die erzgebirgische Holzkunst blickt auf eine lange Geschichte zurück – und wurde in diesem Jahr offiziell in das immaterielle Kulturerbe Deutschlands aufgenommen. Seiffen spielt dabei eine zentrale Rolle: Das Dorf beherbergt die bundesweit einzige Ausbildungsstätte für Holzspielzeugmacher.