Sa., 30.08.2025 , 15:00 Uhr

Erstes europäisches Spielzeugmacherfestival im Erzgebirge

2.000 Besucher erwartet - Seiffen wird zum Spielzeugmekka

Seiffen im Erzgebirge wird an diesem Wochenende zum Treffpunkt der internationalen Spielzeugmacher. Mehr als 40 Handwerker aus neun Ländern präsentieren beim ersten europäischen Spielzeugmacherfestival ihre Kunst – und 2.000 Besucher werden erwartet.

Internationales Festival im Spielzeugdorf

Das erzgebirgische Seiffen, bekannt als Zentrum der Spielzeugmacher in Deutschland, verwandelt sich an diesem Wochenende in eine Bühne für Holzkunst aus aller Welt. Zum ersten europäischen Spielzeugmacherfestival reisen über 40 Handwerker aus neun Ländern an – darunter Italien, Japan, die Niederlande, Polen, Portugal, die Schweiz, Spanien und Tschechien. Nach einem Fachforum zum Auftakt am Freitag soll nun der große Besucheransturm folgen. Rund 2.000 Gäste werden erwartet – fast so viele, wie das Dorf Einwohner hat.

Wiedersehen mit dem Lehrmeister
Ein Höhepunkt war bereits das Wiedersehen von Holzspielzeugmacher Christian Werner mit seiner früheren Schülerin Maho Ito aus Japan. Die heute in Tokio tätige Handwerkerin hatte in Seiffen bei den Brüdern Werner das traditionelle Handwerk erlernt – und führt dieses nun in ihrem Heimatland weiter.
Ein Festival mit besonderem Charakter

Projektleiterin Josephine Hage betont die Einzigartigkeit des Treffens:

Es gab in den Jahren 2021 und 2023 schon Begegnungen, allerdings damals nur als Fachforum. In dieser Form dürfte das Festival weltweit einmalig sein.

Möglich wurde die Veranstaltung durch die Kooperation mit Chemnitz, die seit Anfang des Jahres Europäische Kulturhauptstadt ist.

Tradition trifft auf modernes Design

Neben klassischen Holzfiguren, Engeln, Bergmännern und Räuchermännchen können Besucher auch modernes Design bestaunen. Das Programm reicht von Workshops und Vorträgen bis hin zu Konzerten. Selbst Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat seinen Besuch angekündigt.

Jahrhundertealte Tradition als Kulturerbe

Die erzgebirgische Holzkunst blickt auf eine lange Geschichte zurück – und wurde in diesem Jahr offiziell in das immaterielle Kulturerbe Deutschlands aufgenommen. Seiffen spielt dabei eine zentrale Rolle: Das Dorf beherbergt die bundesweit einzige Ausbildungsstätte für Holzspielzeugmacher.