Di., 17.03.2026 , 11:50 Uhr

Pillnitz bleibt Besuchermagnet, Moritzburg legt deutlich zu

2,07 Millionen Gäste in Sachsens Schlössern

Über zwei Millionen Gäste besuchten 2025 die kostenpflichtigen Anlagen der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen. Besonders gefragt waren Schloss & Park Pillnitz sowie Schloss Moritzburg.

Dresden - Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) hat im Jahr 2025 insgesamt 2,07 Millionen Besucherinnen und Besucher in ihren kostenpflichtigen Anlagen gezählt. Damit blieb das Niveau nahezu auf dem Stand des Vorjahres.

Besonders beliebt war erneut Schloss & Park Pillnitz, das mit 313.000 Gästen die meisten Besucher verzeichnete. Auch Schloss Moritzburg konnte seine Besucherzahlen steigern: Dort wurden 306.000 Gäste gezählt, nachdem es im Jahr 2024 noch 278.000 gewesen waren.

Die Dresdner Parkeisenbahn beförderte im Jubiläumsjahr ihres 75. Bestehens rund 224.000 Fahrgäste und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 221.000.

Insgesamt erwirtschaftete SBG im Jahr 2025 einen Umsatz von 13,53 Millionen Euro, was einer Steigerung von zwei Prozent entspricht. Mehr als die Hälfte der Einnahmen stammt aus Eintrittsgeldern der Museen. Der Freistaat Sachsen unterstützte den Betrieb mit einem Zuschuss von 16,8 Millionen Euro.

Sparmaßnahmen prägten den Jahresbeginn

Das Jahr begann für die SBG mit verschiedenen Maßnahmen zur Kostensenkung. An vielen Standorten wurden zusätzliche Schließtage eingeführt, das Schloss Nossen geschlossen und die Betriebszeiten der Wasserspiele reduziert. Zudem mussten einige Veranstaltungen gestrichen werden.

Trotz dieser Einschränkungen entwickelte sich das Jahr laut SBG insgesamt erfolgreich und brachte mehrere wichtige Projekte und Jubiläen mit sich.

Ausstellungserfolge auf Schloss Moritzburg

Auf Schloss Moritzburg wurde im Februar 2025 die 1,5-millionste Besucherin der Winterausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ seit deren Beginn im Jahr 2009 begrüßt.

Die 14. Ausstellungssaison lief vom 21. November 2025 bis 1. März 2026 und zog in 14 Wochen 145.000 Besucher an – ein Plus von fünf Prozent.

Im Mai 2025 eröffnete zudem die Sonderausstellung „Dünnes Eis – Inuit zur Schau gestellt“. Sie erinnert an die Reise zweier Inuit aus Labrador, die vor rund 200 Jahren an den sächsischen Hof gelangten. Die Ausstellung soll von Mai bis Oktober 2026 fortgesetzt werden.

Jubiläum bei der Dresdner Parkeisenbahn

Ein besonderes Jubiläum feierte 2025 die Dresdner Parkeisenbahn, die seit 75 Jahren durch den Großen Garten fährt.

Im Zuge des Jubiläums wurden sämtliche Bahnhöfe renoviert und mit neuen Vermittlungsstationen ausgestattet. Der Startbahnhof am Straßburger Platz erhielt eine neue Gestaltung. Außerdem bekamen alle Parkeisenbahner neue Dienstkleidung.

Zum Jubiläumsjahr gehörten mehrere Veranstaltungen, darunter ein Kinderfest am Bahnhof Zoo im Juni sowie ein Dampflokfest im September zum 100. Geburtstag der beiden Dampflokomotiven.

Energieprojekte senken Kosten

Die SBG setzte 2025 verstärkt auf Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten.

Im Klosterpark Altzella wurde eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Zusammen mit einer neuen Wärmeerzeugungsanlage kann die Anlage einen großen Teil ihres Energiebedarfs selbst decken.

Im Palmenhaus im Schlosspark Pillnitz wurde ein spezieller Energieschirm installiert. Dieser wird in den Wintermonaten nachts ausgefahren und soll laut SBG eine Energieeinsparung von 20 bis 30 Prozent ermöglichen.

Insgesamt reduzierten sich die Gaskosten um 14 Prozent auf 511.000 Euro.

Klimawandel sorgt für mehr Baumpflege

Eine zentrale Herausforderung bleibt die Pflege der historischen Parkanlagen.

Für Baumkontrollen, Pflege und Nachpflanzungen gab die SBG im Jahr 2025 rund 3,8 Millionen Euro aus. Besonders im Großen Garten Dresden mussten aufgrund von Sicherheitsrisiken viele Bereiche zeitweise gesperrt werden.

Im Jahr 2025 wurden dort 425 Bäume gefällt, insgesamt waren es in allen Anlagen 475 Baumfällungen. Ursache sind unter anderem klimabedingte Schäden sowie ein gestiegener Pflegebedarf.

Um langfristig gegenzusteuern, betreibt die SBG inzwischen eine eigene Baumschule und Gehölzanzuchtflächen.

Bauprojekte und neue Ausstellungen

Mehrere Bau- und Sanierungsprojekte konnten 2025 abgeschlossen werden. Dazu gehören die Sicherung des Schleinitzhauses im Schloss Colditz, die Sanierung des Spiegelsaals im Barockschloss Rammenau sowie die Fertigstellung des Zwingerhofs nach mehr als vier Jahren Bauzeit.

Der Zwingerhof wurde im Oktober 2025 im Beisein von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Finanzminister Christian Piwarz wieder freigegeben.

Auch neue Ausstellungen erweiterten das Angebot. In Schloss Rammenau eröffnete im Juni die Dauerausstellung „Kuhstall und Silberteller“, die das Leben früherer Schlossbewohner vermittelt.

Ausblick auf 2026

Für das Jahr 2026 sind weitere Projekte geplant. In Schloss Moritzburg sollen der Eingangsbereich und die WC-Anlagen neugestaltet werden, außerdem wird die Restaurierung der Ledertapeten fortgesetzt.

Auf der Albrechtsburg Meissen laufen weiterhin Restaurierungsarbeiten an Wandbildern. Gleichzeitig beginnen die Vorbereitungen für die Sächsische Landesausstellung 2029, die dort stattfinden soll.

Weitere Vorhaben betreffen unter anderem Bauarbeiten auf Burg Gnandstein, Arbeiten im Miruspark Süd der Burg Mildenstein sowie technische Modernisierungen in Schloss Pillnitz.

Auch kulturelle Veranstaltungen stehen auf dem Programm. So findet am 27. und 28. Juni 2026 im Klosterpark Altzella die 25. Blumen- und Gartenschau statt. Außerdem startet im November 2026 eine neue Saison der Winterausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf Schloss Moritzburg.