Do., 03.09.2026 , 11:28 Uhr

Mehr als die Hälfte der zusätzlichen Arbeitsstunden blieb im Vorjahr unbezahlt

21 Millionen Überstunden in Sachsen

Beschäftigte in Sachsen leisteten im Vorjahr mehr als 21 Millionen Überstunden. 11,5 Millionen davon waren unbezahlt. Die Linke kritisiert die Zahlen.

Dresden - In Sachsen haben lohnabhängig Beschäftigte im vergangenen Jahr mehr als 21 Millionen Überstunden geleistet. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor.

Etwas mehr als die Hälfte dieser zusätzlichen Arbeitszeit wurde demnach nicht bezahlt. Insgesamt blieben 11,5 Millionen Überstunden unentlohnt.

Nach Berechnungen der Linken hätten Unternehmen dadurch mehr als 515 Millionen Euro an Lohnkosten eingespart.

Linke kritisiert unbezahlte Mehrarbeit

Die sächsische Bundestagsabgeordnete Zada Salihović von der Linken kritisiert angesichts der Zahlen die aktuelle Debatte über längere und flexiblere Arbeitszeiten.

„Statt die Leistung der hart arbeitenden Menschen im Freistaat abzuwerten, sollte die Bundesregierung dafür sorgen, dass Beschäftigte vor Lohnraub und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen geschützt werden“, erklärte Salihović.

Wer immer längere Arbeitszeiten fordere, dürfe sich nach ihrer Ansicht auch nicht über höhere Krankenstände wundern.

Bundesregierung plant Reform der Arbeitszeit

Die Zahlen werden vor dem Hintergrund der geplanten Arbeitszeitreform diskutiert. Die Regierungskoalition in Berlin will die Arbeitszeit stärker flexibilisieren.

Dabei soll es in Einzelfällen möglich werden, an einem Tag länger als zehn Stunden zu arbeiten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei seiner Sommerpressekonferenz Mitte Juli angekündigt, im Herbst einen Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) zur Arbeitszeitreform zu erwarten.