Fr., 11.07.2025 , 13:30 Uhr

Gemeinsame Einsatzgruppe zieht Bilanz für Leipzigs Innenstadt und Hauptbahnhof

25 Jahre GEG BaZe: Bilanz zu Sicherheit am Bahnhof

Mehr als 4.600 Kontrollen, 570 Drogendelikte, 251 Platzverweise: Die GEG BaZe zieht Bilanz nach 25 Jahren gemeinsamer Polizeiarbeit in Leipzigs Zentrum.

Leipzig - Seit nunmehr 25 Jahren sorgt die „Gemeinsame Einsatzgruppe Bahnhof-Zentrum“ (GEG BaZe) für mehr Sicherheit rund um den Leipziger Hauptbahnhof. In einer aktuellen Bilanz zeigen Bundespolizeiinspektion Leipzig und Polizeidirektion Leipzig, wie eng verzahnt beide Behörden zusammenarbeiten – und mit welchen Erfolgen.

Im Jahr 2024 führte die GEG BaZe über 4.600 Kontrollen und durchsuchte dabei rund 2.400 Personen. Insgesamt wurden 570 Straftaten im Zusammenhang mit Drogen registriert – mit sichergestellten 1.800 Gramm verschiedenster Betäubungsmittel. Auch bei Eigentumsdelikten war die Gruppe aktiv: Über 50 Fälle am Hauptbahnhof und mehr als 400 Diebstähle in der Innenstadt, insbesondere in den Höfen am Brühl, wurden durch die GEG dokumentiert und verfolgt.

Die Einsatzgruppe besteht derzeit aus 24 Beamtinnen und Beamten beider Behörden und arbeitet gezielt im Bereich des Bahnhofs, den angrenzenden Tiefbahnhöfen sowie in problematischen Innenstadtbereichen wie dem Schwanenteich oder dem Bürgermeister-Müller-Park. Dort ist sie sowohl in Uniform als auch zivil im Einsatz.

Klarer Fokus: Drogen, Gewalt und Aufenthaltsrecht

Im vergangenen Jahr wurden im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei am Leipziger Hauptbahnhof über 1.000 Gewaltstraftaten verzeichnet. Im gleichen Zeitraum zählte das Polizeirevier knapp 3.400 Gewaltdelikte, rund 100 davon bearbeitete die GEG BaZe. Zudem stellte die Einsatzgruppe 95 ausländerrechtliche Verstöße fest.

Schwerpunkteinsätze wie Präsenz- und Zugriffstage (PuZ), Schwerpunktfahndungen oder Gewaltprävention gehören zum festen Bestandteil der Arbeit. Acht PuZ-Tage wurden 2024 unter Einbindung von Spezialkräften wie der Fahrrad- und Diensthundestaffel durchgeführt.

EM 2024: Quadro-Streifen erstmals im Einsatz

Ein Novum gab es zur Fußball-Europameisterschaft 2024: Internationale Polizisten der Gastnationen patrouillierten gemeinsam mit deutschen Kräften. So entstanden sogenannte „Quadro-Streifen“, bestehend aus zwei ausländischen sowie je einem Bundes- und Landespolizisten. Diese Streifen wurden an Spieltagen sowohl am Bahnhof als auch in der Innenstadt eingesetzt – und führten unter anderem zur Identifikation eines portugiesischen Taschendiebs durch einen portugiesischen Beamten.

Beispiel: Serien-Dealer abgeschoben

Ein besonders brisanter Fall: Ein 33-jähriger Kameruner, der seit 2023 über 30 Drogendelikte begangen hatte, konnte Ende 2024 nach akribischer Ermittlungsarbeit der GEG BaZe und mit Unterstützung weiterer Behörden in sein Heimatland zurückgeführt werden. Die Rückführung erfolgte nach einem tätlichen Angriff auf Beamte und massiven Sachbeschädigungen in der Gewahrsamszelle.

Fazit: Die GEG BaZe bleibt ein zentraler Baustein im Kampf gegen Kriminalität im und um den Leipziger Hauptbahnhof – länderübergreifend, abgestimmt und sichtbar.