So., 23.11.2025 , 16:00 Uhr

325 neue Meister stärken Sachsens Handwerk

Neue Generation von Handwerksmeistern startet durch

In Sachsen ist eine neue Generation von Handwerksmeistern am Start: Insgesamt 325 Absolventinnen und Absolventen haben in Dresden ihren Meisterbrief erhalten. Bei der Feier der Handwerkskammer Dresden wurden 55 Frauen und 270 Männer ausgezeichnet. Für sie eröffnen sich nun neue berufliche Wege – vom Gründen eines eigenen Betriebs über das Übernehmen bestehender Firmen bis hin zur Ausbildung des eigenen Nachwuchses.

Appelle an die Politik: Mehr Fokus auf das Handwerk

Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, nutzte die Meisterfeier erneut für deutliche Forderungen Richtung Politik. Angesichts schwacher Konjunktur und wirtschaftlicher Unsicherheiten brauche es schnell Entlastungen und bessere Rahmenbedingungen. Das Handwerk und der Mittelstand müssten stärker in den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik rücken, so Dittrich.

Bürokratieabbau und finanzielle Unterstützung gefordert

Besonders beklagt Dittrich die ausufernde Bürokratie, die Betriebe lähme und junge Meister vom Gründen abschrecke. Zudem fordert er niedrigere Energiepreise sowie Entlastungen bei Sozialabgaben. Auch beim Meisterbonus sieht er Handlungsbedarf: Sachsen zahlt derzeit 2.000 Euro – zu wenig im Vergleich zu Niedersachsen oder Bremen. Dittrich spricht sich klar für eine Verdoppelung aus.

Kretschmer setzt auf das Potenzial des Handwerks

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lobte bei der Übergabe der Meisterbriefe das Engagement und die Zukunftsfähigkeit des Handwerks. Der Freistaat müsse weiter daran arbeiten, die Bedingungen zu verbessern, um Ideen und Unternehmergeist zu stärken.

Vielfalt der Berufe – vom Kfz-Meister bis zum Bäcker

Die neuen Meister stammen aus 14 Bundesländern und haben ihre Abschlüsse in 26 Berufen gemacht. Die größte Gruppe bilden die Kraftfahrzeugtechniker (36), gefolgt von Elektrotechnikern (35), Bäckern (23), Zimmerern (21), Tischlern (21) und Orthopädieschuhmachern (20). Die Spannbreite der Altersgruppen zeigt die Vielfalt im Handwerk: Die jüngsten Absolventen sind 20 Jahre alt, der älteste Meister ist 53.