Di., 28.04.2026 , 09:19 Uhr

Unternehmer und Heimatschutz setzen Pflanzaktion Haselberg fort

4.000 neue Bäume für Wald bei Oelsen

Im Waldgebiet Haselberg bei Oelsen wurden erneut 4.000 junge Bäume gepflanzt. Die Aktion „Lebendiger Mischwald“ soll den Waldumbau unterstützen.

Oelsen - Im Waldgebiet Haselberg bei Oelsen sind erneut 4.000 junge Bäume gepflanzt worden. Die Pflanzaktion ist Teil der Initiative „Lebendiger Mischwald“, die vor einem Jahr von sächsischen Unternehmern gemeinsam mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, den Waldumbau in dem Gebiet zu unterstützen und langfristig einen widerstandsfähigen Mischwald zu entwickeln.

Bereits im vergangenen Jahr waren in der Gemarkung Haselberg 3.000 Weißtannen gepflanzt worden. In diesem Jahr kamen weitere 2.500 Rotbuchen und 1.500 Weißtannen hinzu. Die Kosten in Höhe von 10.000 Euro für Jungpflanzen, Pflanzung und Pflege übernehmen erneut vier sächsische Unternehmen: Elaskon Sachsen, die DT Abbruch- und Tiefbau GmbH, Lebensmitteltechnik und Industriemontage Schachinger aus Dresden sowie die SCR GmbH aus Glaubitz.

Waldgebiet durch Borkenkäfer und Klimawandel geschädigt

Initiator der Aktion ist Karl Schwald, Geschäftsführer von Elaskon Sachsen und Mitglied des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Als Jagdpächter kennt er das Eigenjagdgebiet des Vereins bei Oelsen und die Herausforderungen vor Ort. Nach Angaben Schwalds hat das Waldgebiet, wie viele andere Wälder auch, durch Borkenkäfer und Klimaveränderungen Schaden genommen. Hinzu komme ein hoher Wildbestand, der den natürlichen Aufwuchs junger Bäume erschwere.

Aus dieser Situation sei die Idee entstanden, den Landesverein beim Waldumbau und bei der gezielten Pflanzung von Jungbäumen zu unterstützen. Dafür wurden sächsische Unternehmer als Sponsoren gewonnen.

Landesverein besitzt große Flächen bei Oelsen

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz besitzt im Gebiet um Oelsen in der Gemeinde Bad Gottleuba-Berggießhübel 657 Hektar Eigentumsflächen. Ein großer Teil davon gehört zum Naturschutzgebiet „Mittelgebirgslandschaft um Oelsen“. Zu den Flächen zählen neben wertvollen Bergwiesen auch rund 450 Hektar Wald. Darunter befinden sich erhebliche Anteile reiner Fichtenwald.

Vor zwei Jahren wurde auf Teilflächen der Gemarkung Haselberg bereits eine Durchforstung durchgeführt. Dadurch sollten Licht und Platz für eine natürliche Verjüngung geschaffen werden. Nach Angaben des Vereins zeigte sich dabei jedoch, dass zusätzliche Unterstützung notwendig ist, damit sich ein standortgerechter und widerstandsfähiger Mischwald entwickeln kann.

Thomas Westphalen, Vorsitzender des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, begrüßt die Fortsetzung der Aktion. Die Schäden in den Wäldern könnten nur durch einen kontinuierlichen und standortgerechten Waldumbau ausgeglichen werden. Die Zusammenarbeit mit Karl Schwald und der Jägerschaft im Eigenjagdgebiet bestehe bereits seit Jahren.

Freiwillige unterstützen Pflanztag

Neben der finanziellen Unterstützung beteiligten sich die vier Unternehmen auch mit freiwilligen Teams am ersten Pflanztag. Vor Ort waren außerdem Mitglieder des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und die Jägerschaft Oelsen.

Zusätzliche Unterstützung kam vom Dresdner Gastronomen Gerd Kastenmeier. Er brachte drei Koch-Auszubildende mit und sorgte außerdem für die Verpflegung der Helfer. Darüber hinaus gewann er rund 20 angehende Köche aus dem ersten Ausbildungsjahr des Beruflichen Schulzentrums für Gastgewerbe in Dresden für die Pflanzaktion. Im Gegenzug wollen die Jäger für die Kochausbildung ein Wildschwein zur Verfügung stellen, damit die Auszubildenden die Verarbeitung von regionalem Wild üben können.

Weißtannen aus dem Vorjahr gut angewachsen

Die im vergangenen Jahr gepflanzten 3000 Weißtannen sind nach Angaben des Landesvereins trotz großer Trockenheit zu 90 Prozent sehr gut angewachsen. Die jungen Bäume waren ursprünglich durchschnittlich etwa 15 Zentimeter hoch und wuchsen in ihrem ersten Standjahr um rund 10 bis 12 Zentimeter.

Die fachliche Planung und weitere Betreuung der Pflanzen übernahm Torsten Winkler von der OGF GmbH Potsdam, Standort Kesselsdorf. Zum Schutz vor Wildschäden wurde im Herbst ein Verbissschutzmittel auf Basis von Schafsfett auf die Stämme der jungen Bäume aufgebracht. Da die Flächen nicht eingezäunt sind, ist dieser Schutz auch für die aktuelle Pflanzung vorgesehen.

Jungbäume stammen aus regionaler Baumschule

Für die neue Pflanzung wurden Weißtannen und Rotbuchen ausgewählt. Sie sollen auf einer rund ein Hektar großen Fläche unter den noch vorhandenen Fichten dazu beitragen, dass sich ein gesunder Mischwald entwickelt.

Die jungen Bäume wurden über zwei bis fünf Jahre in der Baumschule F.-O. Lürssen in Großthiemig gezogen. Das Saatgut für die Rotbuchen stammt aus der Region, wurde dort geerntet, geprüft und zertifiziert. Die regionale Herkunft von Saatgut und Pflanzen soll den Vorteil haben, dass sich die Bäume besser an den neuen Standort anpassen können.

Am Pflanztag erhielten die freiwilligen Helfer fachliche Einweisung und Unterstützung durch drei erfahrene Waldarbeiter der Firma Forstarbeiten und Maschinenservice Kretschmer aus Dohma.

Fortsetzung für 2027 geplant

Die Aktion „Lebendiger Mischwald“ soll nach Wunsch der Initiatoren und des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Weitere Unternehmen und Naturfreunde können sich der Initiative anschließen. Kontakt ist über Initiator Karl Schwald per E-Mail an karl.schwald@elaskon.de möglich.

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz wurde 1908 gegründet. Heute wird der Verein von mehr als 900 persönlichen und über 90 körperschaftlichen Mitgliedern getragen. Er engagiert sich in den Bereichen Naturschutz, Denkmalschutz, Volkskunde und Heimatpflege.