Dresden/Berlin - Am 13. August 2026 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 65. Mal. Aus diesem Anlass erinnern die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Nancy Aris, und Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch an die Folgen der deutschen Teilung und an die Opfer des DDR-Regimes.
Fast 30 Jahre lang trennte die Berliner Mauer die Stadt und wurde zum Symbol für Unfreiheit und staatliche Unterdrückung. Familien und Freundschaften wurden auseinandergerissen, Lebenswege unterbrochen. Nach Angaben der Landesbeauftragten kamen mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen an der Mauer ums Leben.
Nancy Aris betont, dass die Ereignisse von 1961 für junge Menschen heute zeitlich weit entfernt seien. Deshalb müssten neue Wege gefunden werden, um Geschichte verständlich und greifbar zu vermitteln.
Als Beispiel nennt sie den Podcast „Zeitkapsel – Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?“. Darin sprechen Jugendliche mit dem Zeitzeugen Achim Neumann, der nach dem Mauerbau aus der DDR floh und später an Fluchttunneln von West- nach Ost-Berlin mitarbeitete.
Aus Sicht der Landesbeauftragten können solche persönlichen Geschichten historische Zusammenhänge unmittelbarer vermitteln und Fragen anregen, die im klassischen Geschichtsunterricht möglicherweise nicht entstehen.
Auch die geplante Lehrplanreform sieht Aris als Chance. Die Geschichte der deutschen Teilung und der SED-Diktatur müsse ihrer Ansicht nach fest im schulischen Lernen verankert werden.
Dabei gehe es auch darum, entsprechende Themen nicht nur freiwillig anzubieten, sondern prüfungsrelevant zu machen. Hintergrund sei, dass immer weniger Menschen aus eigener Erinnerung vom Mauerbau und der Zeit der Teilung berichten können.
Auch Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch erinnert zum Jahrestag an die Menschen, die unter der deutschen Teilung und der SED-Diktatur litten. Der Mauerbau habe das Leben von Millionen Menschen verändert, Familien getrennt und Lebenswege zerstört.
Klepsch verweist zugleich auf die Friedliche Revolution von 1989. Die Menschen, die damals für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen, hätten Geschichte geschrieben. Für Sachsen ergebe sich daraus eine besondere Verantwortung für Erinnerung und Aufarbeitung.
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten arbeitet seit den 1990er Jahren an der Erinnerung an die Opfer von Diktatur und Gewaltherrschaft. Ihre Projekte und Gedenkorte widmen sich sowohl den Opfern des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur.
Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus steht damit nicht nur die Erinnerung an die Ereignisse vom 13. August 1961 im Mittelpunkt. Zugleich stellt sich die Frage, wie dieses Kapitel der deutschen Geschichte auch für kommende Generationen verständlich und präsent bleiben kann.